Gehaltsvorstellungen realistisch im neuen Job.

Rantanplan

Blöder Hund
Registriert
7 Mai 2021
Beiträge
781
Erhaltene Likes
1.421
Versuch die Leiharbeit als Türöffner zu sehen.

Bei mir war's eine 4-wöchige Probearbeit.
Danach auf 14 Monate befristete Übernahme. Aber schon nach 8 Monaten Festvertrag mit der 4 Tage Woche.
Ich habe meinen Teamleiter durch meine über 40 Jahre Erfahrung im Berufsleben überzeugt. Und ich werde nicht schwanger, habe keine plötzlich kranken Kinder zuhause, und ich arbeite Vollzeit.
Zur Zeit wickle ich eine 160.000 € Fassadensanierung an nem 3-teiligen Mehrfamilienhaus ab.
 
Kommentieren

P-F-S

Das bersonifiziere Pöse
Registriert
26 Juni 2021
Beiträge
752
Erhaltene Likes
1.334
Schade... So interessantes Thema und ich steige jetzt erst ein.

@GuyFawkes667 :
Ich drück dir auf jeden Fall schonmal die Daumen, dass du den Job bekommst.
Kannst das aber wirklich wie @Rantanplan sagt: als "Türöffner" sehen.

Ich an deiner Stelle würde zumindest auch dann, wenn du den Job hast weiterhin die Augen und Ohren offen halten.
"Niemals still stehen" sag ich da immer.

Was den Lohn betrifft:
Ist nicht das Gelbe vom Ei, aber es ist zumindest schonmal kein Mindestlohnt ( da biste dann zwischen 28.000-29.000 im Jahr ).
Zumindest als Einstieg ist das aber denke ich mal OK. Würde halt uf jeden Fall schauen, dass du bei etwaigen Gehaltsverhandlungen im Vorstellungsgespräch zwischen 16,00 und 16,50 landest. Dann bist du bei 33.000-34.500 circa im Jahr.

Auf lange Sicht finde ich jedoch, dass man stets ne Stelle anstreben sollte wo man bei mindestens 20 Euro die Stunde liegt. Dann biste bei circa 41.000 im Jahr. Das ist so der Punkt wo ich sage: Am Ende des Monats ist auch mal was übrig... Und nicht am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig.

Aber mal so by-the-way: Wäre für dich nicht ggf ne Umschulung zum Fachinformatiker interessant?
Hier sind zwar Gehälter auch sehr breit gefächert, aber ich hab da auch schon das ein oder andere Stellenangebot bekommen wo es dann hieß "52.000 Jahresgehalt plus Leistungsboni"... Und das wäre sogar ne 99% Stelle für Homeoffice gewesen ( Tochterfirma von Kyocera ). Hab ich tatsächlich nur abgelehnt weil mir die extreme Flexibilität in meinem Betrieb und paar weitere Faktoren zu wichtig sind.

Puh... Schweife aber glaube vom Ursprungsthema ab. Fakt ist: Bists ne gelernte Kraft. Und auch wenn es "nur" Einzelhandel ist kannste da durchaus deinen Wert kennen. Wenn die Stellenausschreibung sagt "gelernte Einzelhändler nehmen wir auch" und die Gehaltsklasse entsprechend angegeben ist, brauchste dich ja nicht selber runterhandeln und unterm wert verkaufen. Die Suchen Person X und wollen Y zahlen -> Go on -> Nicht lange fackeln.

Und davon mal ab: Auch gelernte Einzelhändler "können", je nach Betrieb gut verdienen. Bei meinem Kollegen im Obi verdienen die mit 6 oder Jahren Berufserfahrung ( letzte Stufe in deren "System" ) 17,60 die Stunde.
Also meine Frau im H&M als Filialleitung gearbeitet hat ( schon 3 Jahre her ), lag sie bei nen Jahresgehalt von circa 56k. Ihre Mitarbeiter ( kann ich mich noch dran erinnern weil sie sich so drüber aufgeregt hat, dass sie denen für bisschen Klamotten-falten so viel zahlen musste ) auch bei 17,20 ( wohl gemerkt... Vor 3 Jahren ). Im Lidl verdienen die wohl auch recht gut. Also Filialleitung im Lidl bekommste auch wohl ne Firmenkutsche auf 1% Regelung ( glaube der einzige Lebensmitteleinzelhandel der das macht ).

Grade im Einzelhandel kommste doch eigentlich mit bisschen Engagement relativ schnell nach oben.
Bei meiner Frau wars damals: Lehre ( sehr gut abgeschlossen ), dann bei Aldi prmopt die stellv. Leitung, dann nach nen halben Jahr stellv. Leitung den Job bei H&M als Filialleitung bekommen. Grade beim EInzelhandel ist halt nur wichtig: Niemals still stehen. Klar gibts da viel die 30 Jahr nur an der Kasse sitzen und ihr Leben dahinpiepen ( nicht böse gemeint, falls sich irgendjemand angesprochen fühlt... Bin dankbar über jeden der den Job über sich ergehen lässt ). Aber man kann... Oder sollte gar im Einzelhandel den Leuten stets zu verstehen geben, dass man höher will.

Als ich damals die Lehre zum EInzelhandel gemacht habe ( Bettenlager... Jetzt Jysk ) wurde mir direkt nach der Lehre auch angeboten Filiale von denen zu Leiten. Hat den Kollegen da ( die deutlich länger da waren als ich ) nicht geschmeckt aber -> Hatte ja auch seine Gründe... Meine zahlen haben halt gestimmt.

Achja und noch als Tipp generell: Wenn du im Einzelhandel was machen willst, dann Versuch wo hin zu kommen wo Beratung wichtig ist und man deine Zahlen nachverfolgen kann. Im Einzelhandel fällst du halt Regale auf... Da kannste nur glänzen indem du schneller Ware von den Paletten packst, deine Kassierzeiten stimmen... Und das "wars". Bei Obi, beim Bettenlager, Expert und sowas schreibst du halt zahlen. Da kannste du dich dann wo anders deutlich besser bewerben wenn du dann halt im Vorstellungsgespräch kompetent rüberbringen kannst, dass du halt das was du tust, wirklich gut kannst.
Außerdem stumpft man bei sowas nicht so extrem ab....

Ok jetzt reicht es aber mitm Roman xD
 
Kommentieren

xNecromindx

Namhafter Pirat
Registriert
6 Mai 2021
Beiträge
2.628
Erhaltene Likes
6.513
Bitte, Anmelden oder Registrieren um den Inhalt zu sehen!

Wie bei jedem Wettkampf kann nur einer Sieger werden.
Deswegen möchte ich anfügen, dass einem sehr klar sein sollte, dass man da in deutlicher Konkurrenz steht und es am Ende durchaus auch (mit unter sogar stark) davon abhängt, wer mit wem besser kann, wer wen kennt, wer da mehr Aufmerksamkeit auf sicher vereinen kann, usw... Einfach nur zu sagen: Guten Tag, ich wollte mich bei Ihnen als Chef bewerben und ach übrigens: Meine Zahlen sind super. Das reicht in aller Regel halt nicht aus.
Um so eine "Show" abzuliefern, eigenen sich manche halt mehr als andere - unabhängig ihrer fachlichen Kompetenz. Show gehört aber dazu und insbesondere jene mit überdurchschnittlicher Kompetenz in einem Feld, sind darin meist eher nicht gut. Was der einfache Grund ist, warum es Mehrheitlich nicht die Kompetenteren Optionen sind, die in höhere Ebenen vorrücken. Sad, but reality...
 
Kommentieren

RobMitchum

Namhafter Pirat
Registriert
3 September 2021
Beiträge
2.617
Erhaltene Likes
3.085
Bitte, Anmelden oder Registrieren um den Inhalt zu sehen!
Was dein Buddy meint ist wirklich egal - dein Arbeitsvertrag sagt dir dein formales Brutto monatlich, nennt die Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld und was Netto rauskommt dann ein Rechner wie
Bitte, Anmelden oder Registrieren um die Links zu sehen!


Für das Beispiel von 1300 Netto(!) als "monatliches Zieleinkommen" wären das gerade mal 1640 Brutto nach
Bitte, Anmelden oder Registrieren um die Links zu sehen!
... kannst das bei statistischen 160 Stunden im MONAT (40h Woche) auf einen Stundenlohn runterrechnen und wärst unter dem Mindestlohn. 13,90€ übrigens und nicht "irgendwas um 10". Für Ungelernte, egal wie dumm und unmotiviert.

Sprich - was "Buddies" sagen, kann richtig sein, aber wie in diesem Fall auch totale Grütze. 13,90€/h ist der Mindestlohn in 2026. Also bei 160 Stunden im Monat 2250€ Brutto. Weniger geht legal nicht. Ich bin da bei @P-F-S was etwa die Mindesthöhe angeht. Wenn ein Chef bewusst unter den Mindestlohn geht - das wäre sehr dreist. Einzige Option wäre "freiwillige Überstunden" - also 40 im Vertrag stehen haben und dann über Druck bei 50 rauskommen. Mein Rekord (Projektarbeit samt Fahrzeit) waren mal 70, davon nur etwas mehr als die Hälfte bezahlt. Die Praxis aufgelaufene Überstunden erst einem Konto gutzuschreiben und die dann "zeitnah" verfallen zu lassen, wurde übrigens durch diverse Arbeitsgerichte untersagt.

Und dann kannst du je nach Angebot (Brutto) gerne mit diversen Onlinerechnern prüfen, ob du Anspruch auf Aufstockung hast (was nicht nur an deiner Miete, sondern an den amtlich anerkannten Kosten der Unterkunft sowie Familienstand / Unterhalt lokal(!) abhängt) sowie ggf. Wohngeld, was quasi die Aufstockung "light" ist. Achtung, auch da gibts (gestaffelte) Freibeträge vom Arbeitseinkommen! Also das Netto ist nicht das Geld, was bei der Berechnung (eben wegen Freibeträgen) zu verwenden ist.

Finds übrigens ein Witz, dass ein "Easy Credit" und Co dir bei der Bonitätsabfrage und Adresse sagen können, wie viel Kredit du "mal eben so" bekommen kannst. Aber das Finanzamt mit zudem Einblick in deine Konten nicht, ob du Anspruch auf Aufstockung/Wohngeld & Co an deiner Adresse haben könntest. Finde den Fehler. Stell dir vor, die Leute wären amtlich in die Lage versetzt, denen zustehende Leistungen auch tatsächlich anzufragen bzw. den Anspruch auf diese prüfen zu lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentieren

P-F-S

Das bersonifiziere Pöse
Registriert
26 Juni 2021
Beiträge
752
Erhaltene Likes
1.334
Das mit den "Monatsstunden" ist immer so ne Sache.. kommt ja ganz auf den Monat an. Viel interessanter ( meiner Meinung nach ) sind Wochenstunden ( denn die sind ja immer eben so, wie sie vom jeweiligen Betrieb oder der jeweiligen Branche halt vorgegeben sind ) und halt das Jahrebrutto ( ohne etwaige Boni oder "13tes Gehalt" berechnet ).

Wochenstunden sind ja auch "relativ" unterschiedlich. Ich kenne Betriebe da sind 42 Stunden die "Regel" ( viele Handwerksbetriebe ). Ich kenne aber auch Betriebe, bei denen Vollzeit mit ner 37,5 Stundenwoche veranschlagt wird. Bei mir im Betrieb sinds übrigens 39 Stunden. Und das was ich als "Standard" gelernt habe sind 40.
Dann gibts auch noch Betriebe die ich kennen gelernt habe, die zum errechnen des "ungefähren" Monatslohns gewisse "Formeln" anwenden. Manche sagen "Wochenstunden x 4", dann gibts wieder welche die sagen "Wochenstunden x 4,2" und ich hab ebenso schon Betriebe kennengelernt die sagten "Wochenstunden x 4,3". Ist aber letztlich alles Firlefanz.

Denn realistisch ist ( ergibt in meinem Kopf am meisten Sinn, wende ich so an und funktioniert auch so bisher in jedem Job/Betrieb wo ich gearbeitet habe ):
Wochenstunden x 52 Wochen = Jahresbrutto

Bevor ich in ne Gehaltsverhandlung gehe, ists natürlich nicht schlecht zu wissen: Wie viele Wochenstunden sind in dem Betrieb wo ich mich bewerbe eigentlich "normal".
Denn es macht nen Unterschied ob ich in der Woche 42 Stunden arbeite, oder "nur" 37,5. Das sind mal eben 4,5 Stunden Differenz in der Woche, im Jahr sind das schon 234 Stunden.
Würde selbst bei einem Mindestlohn von 13,90 also aufs Jahr mal eben 3252,60 Euro Unterschied ( Brutto ) ausmachen und im Monatsdurchschnitt entsprechend 271,05.

Das darf man nicht vernachlässigen.
Mal angenommen ich verdiene bei Stelle "A" 42.000 Euro Brutto im Jahr. Die 42000 Euro gibts für 37,5 Stunden in der Woche
Bedeutet: 42.000 durch 52 x 37,5 = Bedeutet nen Stundenlohn von 21,54 Euro Brutto bei 1950 Stunden im Jahr.

Jetzt kommt Stelle "B" und bietet einem 46.000 Euro Brutto im Jahr. Allerdings bei 42 Stundenwoche.
Kommt man dann auf 21.06 Euro raus und 2184 Stunden Arbeit. Ich verdiene also zwar 333,33 Euro Brutto mehr im Monat ( was so ca 200 Euro ausmacht ), arbeite aber auch 19,5 Stunden auf den Monatsdurchschnitt gerechnet mehr. Das widerum bedeutet, dass ich, sofern ich beide Stellen vergleiche für die "Mehrstunden" sogar nur nen 10ner netto pro Stunde verdienen würde.

Also Fazit:
Nicht nur aufs Gehalt schauen, sondern auch auf die Wochenstunden.
Und was man auch gerne Unterschätzt: Wie lange ist der Arbeitsweg?
Denn Arbeitsweg ist eben auch Zeit die man aufwendet, aber einem niemand bezahlt.... klar, da kommen wir in Richtung "Grundsatzdiskussion". Aber ich sag da ganz ehrlich:
Alles unter 30min einfacher Arbeitsweg ist ok. Alles darüber "schwierig". Ich selber fahre 20min einfache Strecke. Sind also 40min am Tag, 3,33 Stunden in der Woche, also etwa 173 Stunden im Jahr. Ich kenne aber auch Kollegen, die 45 Minuten einfache Stecke in Kauf nehmen. Das sind 1,5 Stunden am Tag, 7,5 in der Woche und mal eben 390 im Jahr. Das sind über 200 Stunden im Jahr mehr, die er gegenüber mir nicht bezahlt wird.

Dann kommen auch noch so ganz spezielle Dinge dazu. Als ich damals im Bettenlager war ( gibts im Einzelhandel übrigens sehr oft ) war Arbeitszeit = Öffnungszeit. Es wurde aber erwartet, dass man 15 min früher da ist, beziehungsweise Abends wenn man zu macht 15min länger da bleibt. Da man entweder morgens den Laden mit geöffnet, oder eben den Laden abends mit geschlossen hat, bedeutet das also: 15 Minuten arbeitet man jeden Tag unbezahlt... klingt "lächerlich", sind aber im Jahr mal eben 65 Stunden die ich arbeite, aber nicht bezahlt bekomme.
Nehmen wir 13.90 als Rechenbeispiel, verschenkt man 903,50 Euro im Jahr. Klingt doof und klingt nach "Junge wo ist deine Arbeitsmoral", aber ist halt so.
Bei meinem Jetzigen Job: Sobald ich im Büro bin läuft die Zeit und Feierabend ist Feierabend.

Und jetzt kommen wir noch ne Stufe höher... die "Pause". Gesetzlich festgeschrieben ist: Ab einer Arbeitszeit von 6 Stunden, steht eine 30minütige Pause zu, ab 9 Stunden 45 Minuten.
In vielen Betrieben wo ich schon war: 8 Stunden Arbeitszeit am Tag und 1 Stunde Pause ( die man eh im Betrieb ist... meistens sogar abrufbereit... ). In meinem jetzigen Betrieb mache ich fest: Halbe Stunde Pause ( mehr "muss" ich nicht machen ). Muss man natürlich auch entsprechend abklären können ( ich liebe es Fachinformatiker zu sein... ). Den das spart in der Woche 2,5 Stunden. Im Jahr 130 Stunden.

Das klingt natürlich alles sehr extrem und ich entschuldige mich bei dir @GuyFawkes667 weil ich jetzt schon hart vom Thema abweiche.
Aber so "muss" man das eben sehen und ich musste das mal eben "rauslassen".

Denn: Rechenbeispiel:
Person "A" ( meinetwegen der dreiste P-F-S hehe... ) verdient im Jahr hypothetisch 44.000, bei 39 Stunden.
Arbeitsweg 20min. Halbe Stunde Pause am tag. Ein Tag sogar Homeoffice ( dadurch kein Arbeitsweg ) und "Arbeitsstart ist Arbeitsstart und Feierabend ist Feierabend".

Bedeutet also: 2028 Stunden Arbeit plus 130 Stunden Pause plus 138 Stunden Fahrzeit = 2296 Stunden die ich mit "Kram für Arbeit" verbringe.
Bedeutet so "richtig bereinigt" bekomme ich also für meine insgesamt aufgewendete Zeit 19,16 die Stunde.

Jetzt haben wir Person "b". Verdient sogar 46.000 im Jahr weil er nen geiler Typ ist bei 40 Stunden.
Macht ne Stunde Pause am Tag, muss alle 5 tage im Betrieb sein und fährt jeden Tag 30min ( was ja auch noch geht ), muss aber immer Laden aufschließen oder Abends abschließen und bekommt die 15min nicht weil "Arbeitsmoral).
Sind also 2080 plus 260 plus plus 260 plus 117= 2717 Stunden die er im Jahr für die Arbeit aufwendet.... Endet dann in 16,93 Euro die Stunde....

Also einfach mal um zu veranschaulichen was das so ausmacht

PS: Und Urlaubstage hab ich noch nicht erwähnt xD
Denn auch 31 Tage ( hab ich zb... also 30 Plus so nen "Arbeitszeitausgleichstag.... wofür auch immer der im speziellen sein mag... aber ist halt wie Urlaubstag lol ) zu 28 machen mal eben ( bei z.B 40 Stundenwoche ) locker 24 Stunden aufs Jahr aus.... das sind schon wieder 333,60 Euro selbst bei "nur" Mindestlohn von 13,90 die Stunde....
 
Kommentieren

WolfKakashi

Namhafter Pirat
Registriert
29 April 2022
Beiträge
378
Erhaltene Likes
644
Wenn du etwas mehr verdienen möchtest @GuyFawkes667 wäre eventuell ein Schichtdienst was für dich? Mein ich jetzt ernst.
Gibt unterschiedliche Anlagen in der Chemischen Industrie, welche wo du mehr Körperliche Arbeit verrichtest und welche wo du fast nichts machst und nur alles in der Theorie wissen musst.
Es ist in diesem Jobsegment ganz normal dass man als Quereinsteiger reinkommt. Entweder das oder man hat die Lehre als Chemieverfahrenstechniker absolviert.
Ungefähr die Hälfte unserer Belegschaft hat die Lehre, die andere waren Quereinsteiger die dann nach abschluss des Erwachsenenkurses angestellt wurden. Dort macht man die Lehre nach aber man wird ganz sanft und easy hingeführt.

Ich arbeite im 5-Schichtdienst, habe 33,6 Wochenstunden und verdiene aktuell 3.600€ Netto im Monat. Aufstiegschancen gibts auch aber die sind nichts für mich. Bin keine Führungsperson. Die nächste Ebene nennt sich Anlagenteamleiter und steht unter dem Schichtmeister, macht weniger Arbeit als der "gewöhnliche Arbeiter" dafür hat er mehr Verantwortung, verdient aber auch um 600€ mehr als ich.
In meiner Anlage gibts 5 Schichten mir jeweils 12 Leuten pro Schicht bestehend aus 1 Schichtmeister, 2 Anlagenteamleiter und 9 Arbeiter.

Alles in allem ist die Arbeit nicht schwierig ausser man kann sich Sachen schwer merken. Etwas Gefährlich kann es auch manchmal werden aber man lernt ja damit umzugehen
 
Kommentieren

RobMitchum

Namhafter Pirat
Registriert
3 September 2021
Beiträge
2.617
Erhaltene Likes
3.085
@WolfKakashi
3600 "Netto" in der Chemie bekommste als ungelernter und mit einem neuen Vertrag heute sehr sicher nicht mehr. Die gesamte deutsche Chemie ist aktuell in der Schockstarre, nachdem die kaum 20 Jahre lang nichts investiert und (weiter)entwickelt hatten. Entwicklung und Investitionen haben im Fiskaljahr Ausgaben und mindern somit die Rendite. Stillstand kann man 1-2 Jahre machen, aber nach 10-20 Jahren wars das.

Wer "lachen" will - die Südchemie war eins der ersten Unternehmen weltweit, die Lithiumeisenphosphat (ja, LFP Kathodenmaterial) Ende der 2000er und den frühen 2010ern hergestellt hat. Rate, wer es heute nicht macht bzw. völlig unbedeutend ist. Gerade weil Anpassungen der Produktionstechnik an den Stand der Forschung nicht wirklich erfolgt sind - LFP ist eben nicht gleich LFP.

Heute werden erst die Aktionäre beglückt, dann der (meist unkündbare) Wasserkopf aus dem Management mit teuren Altverträgen und natürlich das Marketing samt der Erbsenzähler aus der Kaufmannschaft bezahlt. Am Ende bleibt für Mitarbeiter der Produktion bzw. deren Entwicklung bzw. das Leistungsprinzip nichts über. Geht einer der "teuren" alten in Rente, wird der durch die billigstmögliche tarifliche Einstufung mit einem Neuen ersetzt - sofern überhaupt Ersatz kommt. Und ja, das erklärt bei euch auch Quereinsteiger - die sind weit tiefer tariflich eingestuft als ältere, die ggf. in Rente gegangen sind. Bei "uns" hatten Altlaboranten typisch Chemie-Tarif EG10 bis EG12. Neue? Einstieg in EG7, dann kam nach 3-5 Jahren EG8. Egal ob BASF, Bayer-Umfeld oder die Evonik (Ex-Degussa) bis eine der vielen Höchst-Töchter bzw. deren Abspaltungen. Chemiker wurden "Tarifnah" als angebliche ATler eingestuft - Etwa die im Tarif nicht existente EG14. Egal ob mit oder ohne Promotion, also etwa 5 bis 10 Jahre kaum bezahlter Ausbildungszeit. Was etwa 2/3 dessen ist, was "früher" für "Ings" und "Chemiker" mit/ohne Promotion bezahlt wurde. In Höchst gabs den Merksatz: "Egal ob faul oder fleissig, es gibt immer hundertdreißig (tausend DM)". Stand 2000 etwa.

Aber es muss jeder selbst wissen, ob Schichtarbeit was für Ihn ist. $Bekannter$ hat übrigens nach nem halben Burnout in seinem alten Job eine Stelle als Hausmeister im öffentlichen Dienst angenommen. Müsste E8 oder so sein. Warum? Sichere UND halbentspannte 8 Stunden, mit dem Geld kommt man über die Runden und man macht sich nicht tot. Hat allerdings auch einen "Fachwirt" (Prüfung bei der Innung) oder wie das bei seinem Berufszweig heißt. Handwerkliche Ausbildung hilft bei Bewerbungen. Was übrigens auch die Stufe 7-9 im öffentlichen Dienst bedingt. Typische Einstufung für "abgeschlossene Lehre, Innungsprüfung oder ähnlich".

Aber eins ist sicher - besser Zeitarbeit als "nix" im Lebenslauf. Und man hat die Chance übernommen zu werden. Weil ein Zeitarbeiter ggf. erst "besichtigt" werden kann und man den bei dauerhaftem Bedarf günstiger bekommt als diesen über die Zeitarbeitsfirma auszuleihen. Vereinskollege ist auf dem Umweg Zeitarbeit (als FH-Ingenieur) am Ende bei Continental gelandet. War für ihn kein schlechter Weg.

Zudem: Jeder kann schauen, wievele Rentenpunkte er bereits hat und wie viele Jahre vor sich. Ein Rentenpunkt benötigt aktuell etwa 50.500€ im Jahr und bringt abgerundet monatlich 40€ an Rente. Heisst: Bei 35k€ p.a. bekommt man 0,7 Rentenpunkte, die heute etwa 28€ monatlichen Rentenanspruch ergeben. Wer mit seinen Rentenpunkten bereits über der Bürgergeldgrenze liegt - es "lohnt" sich etwas. Wer noch nie einen Handschlag gemacht hat und bis zur Rente nicht über diese Marke kommt, für den natürlich nicht. Sind vermutlich Mitbürger, die solch einen Gedanken nie selbst hätten bzw. die dazugehörige Rechnung in letzter Konsequenz nicht machen würden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentieren

WolfKakashi

Namhafter Pirat
Registriert
29 April 2022
Beiträge
378
Erhaltene Likes
644
Ja klar bin ich nicht neu mit meinem Gehalt.
In Österreich dürfte das dann etwas anders funktionieren als bei euch.
Bei uns ist das ganze in Lohngruppen wie folgt geregelt:
Mit der Lehrabschlussprüfung steigst du mit Lohngruppe 8 ein. Als Leasing (Quer) mit Lgrp 7. Jedes Jahr kannst du eine Stufe aufsteigen wenn deine Anlagenkenntnisse hoch genug sind. Das hat bis jetzt noch ein jeder geschafft.
Jede Stufe bringt dir ca 100€ Brutto im Grundlohn. Mit dem Grundlohn steigt dann auch die Schichtpauschale. Selbst ein Lehrling im 1. Lehrjahr und ohne Schichtdienst verdient bei uns (weil Chemische Industrie) 1.400 Netto im Monat.
Ich stehe aktuell bei Lgrp 12 an. Mehr gibts nicht. Zumindest im Arbeiterverhältnis. Der Unterschied ist da also nicht sehr hoch zw neuem Mitarbeiter und jemand der ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Wenns also ums Geld geht kann ich die Industrie nur empfehlen. Bin ja auch nur deswegen dort.
Ja es kann schon ziemlich an der Substanz zehren aber ich denke unser @GuyFawkes667 kennt sich bestens damit aus dem brauchen wir nichts erzählen bei dem Thema. Respekt Kollege an dieser Stelle.

Thema Investition: Unsere Firma konnte sich "nur" deswegen so starkt behaupten weil wir mehrere Anlagen in einem Verbundsystem optimal betreiben können.
Bei uns am Standort gibts 2 Ammoniak Erzeuger. Das wird gebraucht beim NPK-Dünger und beim Stickstoffdünger. Beim NPK-Dünger fällt in der Produktion Nasskalk an. Diesen braucht der Stickstoffdünger. Beim Stickstoffdünger fällt Ammonnitrat in flüssiger Form an. Das wiederum braucht der NPK-Dünger. In der Ammoniakanlage entsteht massiv viel Dampf als Abfallprodukt. Der wird überall gebraucht. Ausserdem entsteht dort sehr viel Stickstoff. Der wird in der Harnstoff und Melamin Abteilung benötigt. Und natürlich beim Stickstoffdünger.
Usw usw.
Sehr sehr viele Energien werden bei uns hin und hergeschickt um Kosten zu sparen. Des einen Müll ist des anderen Schatz. 🤣 Gibt nicht viele Standorte wo das so ausgeführt wurde. Finde ich persönlich ziemlich cool.
Diese eingesparten Energiekosten helfen uns beim Erhalt der Anlage.

Letztens war ein Kollege im Naturhistorischem Museum in Wien. Dort gings um Bergabbau und welche Luftbetriebenen Schremmhämmer man früher verwendet hat...... Da hat er tatsächlich das gleiche Modell gesehen welches bei uns bis vor kurzem noch im Einsatz war 🤣🤣🤣🤣🤣
Ja das Ding hatte ich 2019 noch in der Hand :LOL: Das Wunder der Chemie 🤣
 
Kommentieren

RobMitchum

Namhafter Pirat
Registriert
3 September 2021
Beiträge
2.617
Erhaltene Likes
3.085
Die Chemie hat sich am öffentlichen Dienst orientiert, nur mit etwas anderen Stufen. EG6 bis EG9 ist "Lehre abgeschlossen", EG10 bis EG12 ist "Fachhochschule, Meister oder vergleichbar", EG13 war für FH Leute, die quasi die Arbeit von Uniabsolventen machen vorgesehen bzw. als Einstieg(!) von Ings/Chemikern & Co.

Übersicht:
Bitte, Anmelden oder Registrieren um die Links zu sehen!


Edit: In Österreich sind glaube ich 14(!) Monatsgehälter "üblich" bzw. weit verbreitet. In DE eher nahe bei 13.

Was man bei der deutschen Chemie wissen muss: Zu den Grundgehältern gibts statistisch eine (ich glaube) 6% Leistungszulage über die gesamte Belegschaft UND durch die Summe von Urlaubs- und Weihnachtsgeld ein komplettes Gehalt im Jahr statistisch extra. Schichtzulagen gehen übrigens ebenfalls extra und in DE sind Schichtzulagen für Feiertags- und Wochenendarbeit teilweise steuerfrei.

Die Beschreibungen sind übrigens quer durch die Branchen ähnlich, egal ob öffentlicher Dienst oder was weiss ich. Wobei die Chemie ganz gut zahlt. Man kann an dieser Struktur aber ganz gut sehen, wo man mit welcher Qualifikation eingestuft werden wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentieren
Oben