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Angebliche Terrorverbindungen - Schwedischer Journalist in der Türkei festgenommen
Wegen Terrorvorwürfen ist ein schwedischer Journalist in der Türkei festgenommen worden.
Die Behörden beschuldigen ihn der Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Organisation sowie der Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan.
Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Kaj Joakim Medin, der für die schwedische Tageszeitung "Dagens ETC" arbeitet, war kurz nach seiner Landung in Istanbul am Donnerstag festgenommen worden, wie die Zeitung zunächst berichtete.
Später wurde er offiziell verhaftet, nachdem er per Videokonferenz vor einem Gericht in Ankara erschienen war, berichtete Anadolu am Freitagabend weiter.
Seit Beginn der Proteste in der Türkei gegen die Inhaftierung des mittlerweile abgesetzten Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoğlu wurden neben Demonstranten und Regierungskritikern auch Journalisten festgenommen.
Am Donnerstag etwa wurde ein BBC-Reporter nach seiner Festnahme aus der Türkei abgeschoben.
Er hatte sich nach Angaben des britischen Senders mehrere Tage im Land aufgehalten, um über die Proteste zu berichten.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat mit einer heftigen Verbalattacke eine erneute diplomatische Krise mit Israel ausgelöst.
"Möge mein Gott Zerstörung und Elend über das zionistische Israel bringen", sagte Erdoğan in einer Rede nach dem Gebet zu Beginn des Zuckerfestes am Sonntag.
Israels Außenminister Gideon Saar verurteilte die Aussagen und schrieb auf der Plattform X: "Diktator Erdoğan hat sein antisemitisches Gesicht gezeigt."
Erdoğan sei für die Region und sein eigenes Volk eine Gefahr.
Kurz darauf folgte eine scharfe Erwiderung aus Ankara.
Das türkische Außenministerium nannte die Aussagen Saars "unverschämt".
Der türkische Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun wies den Vorwurf des Antisemitismus zurück und deutete Erdoğans Aussagen als "mutigen Widerstand gegen zionistische Schikanen und Diffamierungen".
Aufstand gegen Erdoğan - Eine Aussage lässt aufhorchen
Der Sturm geht weiter. In der Türkei gehen nach der Verhaftung von Istanbuls Bürgermeister Ekrem İmamoğlu weiterhin Hunderttausende Menschen auf die Straße.
Sie fordern die Freilassung İmamoğlus und den Rücktritt von Präsident Recep Tayyip Erdoğan.
Eine junge Demonstrantin sagte im "Weltspiegel" der ARD, man würde den Menschen die Möglichkeit nehmen, ihren favorisierten Kandidaten zum Präsidenten zu wählen.
"Das tragen wir nun auf die Straße."
Auf vielen Demonstrationen im Land ist wiederholt ein Leitspruch zu hören: "Bu daha başlangıç, mücadeleye devam."
Zu Deutsch: "Das ist erst der Anfang, kämpft weiter."
Einerseits sind es junge Menschen, die gegen Erdoğan auf die Barrikaden gehen - die sogenannte Generation Z.
Studierende, Schülerinnen und Schüler, von denen viele noch keinen anderen Staatschef als Erdoğan erlebt haben.
In der Türkei sind sie durchaus ein wichtiger Faktor, denn knapp ein Viertel der Gesellschaft ist unter 30 Jahre alt.
Doch bei den Protestierenden handelt es sich nicht nur um junge Menschen, sondern um ein breites Bündnis der Opposition.
So sprach die kemalistische und sozialdemokratische CHP, die Partei von İmamoğlu, von zwei Millionen Menschen, die am Samstag zu einer Kundgebung in Istanbul gekommen sein sollen.
Selbst falls die Zahl übertrieben sein sollte, ist auf den Bildern ein riesiges Menschenmeer zu sehen.
Der Aufstand erinnert sehr an die Gezi-Proteste 2013, aber mit einem wichtigen Unterschied: Zwar gingen auch damals größtenteils junge Menschen gegen die herrschende Politik auf die Straße.
Doch nun, knapp zwölf Jahre später, scheinen sie die Mehrheit der türkischen Gesellschaft auf ihrer Seite zu haben.