Das grauenvolle Tagebuch des Grauens

Shadowhead

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»Melody sagt, du darfst Aoki nicht küssen, wenn du uns verlassen willst, und ich sage das auch!«, rief Banny und flog dicht vor PJs Gesicht, um ihm zu zeigen, dass sie es ernst meinte.
»Wer sagt denn, dass ich euch verlassen will? Ich war nur sehr traurig, weil ich dachte, ihr hasst mich, warum auch immer. Ich kenne mich, denn wenn Banny mich weiter provoziert hätte, dann wären mir irgendwann auch hässliche Wörter in den Mund gerutscht, deshalb ging ich nach unten, um etwas zu trinken. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass ihr mit mir in einem Bett schlafen wollt nach dem, was Banny sagte, schlief ich woanders.«
»Niemand von uns hasst dich, im Gegenteil. Melody und ich lieben dich, nur bei Banny weiß ich nicht, ob du einen Platz in ihrem Herzen hast«, klärte Aoki den Deutschen auf und wartete nun darauf, dass die Fee sich äußerte, was diese dann auch tat.
»Ich liebe ihn auch, aber ich hatte Angst, dass er bei seiner Größe Melody und mich übersieht, denn wir können ihn nicht küssen.«
»Wer behauptet denn so was? Natürlich unterscheiden sich eure Küsse, aber ich bin mir sicher, sie sind genauso intensiv und liebevoll. Nicht Küsse entscheiden, wie stark das Band der Liebe zwischen uns ist, das muss allen klar sein.«
Das hatten jetzt alle verstanden.
Die Suche nach einem Waffenhändler dauerte nicht lange, denn es gab in dieser Stadt nur einen.
 
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PJ ließ Aoki zunächst die Wahl, beobachtete nur ihren Umgang mit den verschiedenen Waffen. Vor allem bei Klingenwaffen war ihre Handhabung, als sei sie mit diesen sehr vertraut, was eigentlich unmöglich war. Sogar mit zwei Kurzschwertern kam sie sehr gut zurecht.
»Nun, junge Dame, was gefällt euch am besten?«, fragte der Händler, welcher ihre Übungen lächelnd verfolgt hatte.
»Ich hätte gern dieses Kurzschwert und diesen Langdolch. Was sollen die kosten?«
»Dafür müsste ich 40 Silbermünzen verlangen, da das Schwert aus den Windbergen kommt.«
»Was ist daran so besonders?«, wollte PJ wissen, der sich mit den Preisen nicht auskannte.
»Zwergenqualität hat ihren Preis, mein Herr.«
»Verstehe. Nun gut, dann will ich nicht lange feilschen.«
Schnell wechselte der Geldbetrag den Besitzer und auf dem Rückweg zahlte PJ noch weitere fünf Silbermünzen für eine Hose und ein Hemd aus Wildleder und einen Gürtel, an dem Aoki ihre Waffen befestigen konnte. Außerdem kaufte er bei dem ihm bekannten Händler zehn Kristallfrüchte und drei Stände weiter zwei frische Brote.
Zurück im Gasthaus erstand PJ beim Wirt zusätzlich einen kleinen Laib Käse, eine geräucherte Wurst und einen Krug vom besten Wein.
Auf dem Zimmer verstaute er alles in seinem Bunker, bewunderte anschließend Aoki in ihrem neuen Outfit, lobte die hervorragende Beratung durch Banny und Melody, da beide die Zwergenarbeit erkannt hatten.
»Jetzt sind wir bereit«, stellte er zufrieden fest.
 
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»Warum hast du eigentlich für dich keine Waffe gekauft?«, fragte Aoki den Mann mit den goldenen Haaren, als sie sich auszog, und bemerkte die Blicke des Deutschen, denn dieser drehte sich ihr zu, um die Frage zu beantworten.
Er bewunderte ihren Körper, der nicht nur ausgesprochen fraulich wirkte, sondern durchtrainiert und perfekt proportioniert war, als würde sie jeden Tag Stunden damit verbringen, ihn zu stählen.
»Mir geht es wie dir, denn mein Körper ist meine beste Waffe. Sollte ich jedoch in der Zukunft eine magische Waffe finden, würde ich diese sicherlich behalten.«
»Ich würde gern wissen, ob du in deiner Welt eine Familie hattest.«
»Natürlich. Da waren meine Eltern, eine jüngere Schwester und ein noch jüngerer Bruder.«
»Nein, diese Art von Familie meinte ich nicht.«
PJ, der wie immer auf Nackt-Modus war, schlüpfte rasch unter die Bettdecke, denn sein Körper reagierte auf Aokis Reize, was ihm peinlich war, besonders unter den Blicken der grinsenden Fee, die auf dem anderen Kissen lag.
»Jetzt weiß ich, was wir vergessen haben. Gleich morgen früh sollten wir noch dicke Decken und zwei Kissen besorgen.«
Diese kurze Ablenkung wirkte sich entspannend auf seine unteren Regionen aus, bis sich die Fee einmischte.
»Sie meint sicher, ob du schon mal mit einer Frau probeweise das Kopfkissen geteilt hast«, und zwinkerte ihm zu.
»Ja, sicher, aber das führte nicht zur Gründung einer Familie.«
Während er sprach, ging Aoki aufreizend langsam zur anderen Seite des Bettes, lag Sekunden später neben ihm und drehte sich auf die Seite, um sich an PJs Körper zu kuscheln.
 
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PJ war natürlich klar, dass Aoki vollkommen unerfahren sein musste, außer die Fee hatte sie im theoretischen Bereich aufgeklärt, doch er wollte diesen Zustand weder ausnutzen noch ändern.
Unter diesem Aspekt ließ er zu, dass sie ihn küsste und seinen Oberkörper streichelte, was er nur zu gern erwiderte.
Schließlich sagte er, sie solle schlafen, was sie nach kurzem Widerstand auch tat.
Nach einem letzten Frühstück im Gasthaus kaufte PJ wie geplant zwei Decken aus Bärenfell sowie zwei Federkissen, da nach dem Verstauen in den Bunkern der Start ins Abenteuer anstand.
Da weder eine Karte noch ein Kompass zur Verfügung stand, musste PJ sich auf den Orientierungssinn der Fee verlassen, doch auch die große Ringstraße war hilfreich, da sie bis zu einem gewissen Punkt Richtung Süden verlief.
Da der Wind trotz Sonnenscheins Aoki frieren ließ, machten sie am See in der Nähe des Schädelturms die erste Pause und Aoki holte ihre Felldecke aus dem Bunker, um sich vor dem Weiterflug darin einzuwickeln.
Doch zunächst machte es sich Banny darauf bequem, denn die beiden Menschen nutzten die Gelegenheit für ein Bad, da das Wasser nicht zu kalt war.
Es war Melody, die eine Gruppe bewaffneter Männer bemerkte und Banny rechtzeitig warnen konnte.
 
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Die Fee flog sofort zum Seeufer und warnte die menschlichen Mitglieder der Gruppe, welche ohne Rücksicht auf ihren nackten Zustand das Wasser verließen.
Für PJ war das nicht wirklich ein Problem, denn kaum betrat er das Ufer, aktivierte er sein Kostüm und ging zu Aokis Fell, wo Banny bereits wartete.
»Ihr beide bleibt bitte hier«, war seine kurze Anweisung, danach ging er zügig dem Quartett entgegen, welches er in die Sparte Räuber einsortierte.
Mit etwas Abstand blieb er stehen und gab den vier Männern mit einem Handzeichen zu verstehen, es ihm gleichzutun.
Ihre Vorwärtsbewegung stockte für einen Moment, was PJ für ein paar warnende Worte nutzte.
»Hört gut zu, denn ich warne euch nur dieses eine Mal. Kommt ihr näher und verpestet mit eurem Gestank die Luft, die ich atme, werde ich euch töten. Hofft nicht auf Gnade, denn die habe ich euch mit meiner Warnung gewährt.«
Es überraschte PJ nicht, dass die Räuber nun in ein typisches Gebaren verfielen.
Sie lachten über den unbewaffneten Kerl, machten abfällige Bemerkungen und verlangten schließlich als Preis für ihr Wohlwollen das schwarze Mädchen.
Kaum machte einer von ihnen eine obszöne Bewegung mit seinem Unterkörper, um letzte Unklarheiten zu beseitigen, stand PJ wie von Zauberhand vor ihm und schlug ihm nach dem Vorbild von Bud Spencer wuchtig mit der Faust auf den ungeschützten Kopf, nur mit dem Unterschied, dass der Kerl nicht einfach zu Boden ging, sondern sein Schädel wie eine reife Melone platzte.
Das Ganze, inklusive der entstandenen Sauerei, schockte sogar diese abgebrühten Männer, doch da platzte schon dem Zweiten der Bereich hinter seiner hässlichen Visage und PJ stand vor dem dritten Opfer, dem er allerdings nur einen leichten Schubs mit der Rechten gab und mit der linken Hand dessen Schwert zog.
Kaum berührte der Kerl den Boden, da er sich nicht auf den Beinen halten konnte, rammte PJ ihm die schartige Klinge durch die Brust und nagelte ihn damit fest.
 
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Sein schriller Schrei erstarb relativ schnell, als sich sein Mund mit Blut füllte, doch da stand PJ bereits hinter dem vierten Mann.
»Na, immer noch scharf auf das schwarze Mädchen?«, fragte er mit ruhiger Stimme, als stünde er in der Schlange einer für ihren überteuerten Kaffee in Plastikbechern bekannten Firma und zweifelte an seinem gesunden Menschenverstand, weil auch er einer dieser Idioten war, die dieser Firma unnötig viel Geld in den Rachen warfen.
Der angesprochene Mann wirbelte in seiner Wahrnehmung schnell herum und versuchte dabei, sein Schwert zu ziehen, denn er wusste ja, dass er nicht auf Gnade hoffen konnte.
Er sah den Faustschlag nicht kommen, welcher ihm den Unterkiefer nicht nur zertrümmerte, sondern zum größten Teil abriss.
Auch er stürzte zu Boden, gab Blut spuckend undefinierbare Geräusche von sich, bis PJ ihn mit einem Tritt auf den Kopf erlöste.
Danach hielt der Deutsche einen flüchtigen Moment inne, bevor er begann, die Kleidung der Leichen nach Wertgegenständen zu durchsuchen.
Die Ausbeute umfasste ein paar Kupfer- und Silbermünzen, zwei silberne Ringe und einen kleinen Brocken Gold.
»Jetzt ist mir klar, warum du keine Waffe brauchst«, resümierte Aoki abgeklärt und ließ ihre Waffe wieder im Bunker verschwinden.
»Sagte ich doch. Banny, schau dir doch bitte die Ringe an, ob uns zufällig etwas Magisches in die Finger fiel«, bat er die Fee, als diese auf seiner Schulter landete.
 
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Und tatsächlich strahlte einer eine magische Aura ab.
»Siehst du diesen schmalen Goldrand? Wenn du den Ring anziehst und der Goldrand zeigt zur Fingerspitze, erscheint ein Krieger und dient dir für einen Tag. Muss er länger bleiben, zieht er Lebensenergie aus dem Träger. Ziehst du den Ring an und der Goldrand zeigt zur Hand, passiert nichts, aber er schützt dich wie eine Lederrüstung«, erklärte die Fee die Funktionsweise.
PJ nickte, rief dann Aoki zu sich, gab ihr den Ring und erklärte seine Magie.
»Wenn du noch Fragen hast, wende dich an Banny, aber ruf den Krieger möglichst nur im Notfall.«
Das versprach Aoki, die sich sehr über das Geschenk freute, weshalb sie ihre Arme um seinen Hals schlang und ihn küsste.
Danach setzten sie ihre Reise fort, bis sie nahe der Brücke bei der Kleinstadt Rotdorn landeten.
Der Fluss, über den die stabile Holzbrücke führte, war nicht sehr breit, doch er schien tief und das Wasser hatte eine hohe Fließgeschwindigkeit.
Um nicht aufzufallen, entschied sich PJ dazu, am Zollhaus die fällige Gebühr von einem Klik (Kupfermünze) pro Person zu zahlen. Auf seine Nachfrage erklärte ihm die freundliche Frau am Kassenschalter, welche Bezeichnung und gegenseitigen Wert die Münzarten hatten. So erfuhr er, dass man ihn in Klagon sehr wahrscheinlich betrogen hatte, denn seine Goldmünzen mit einem runden Loch in der Mitte (Kobo) waren die wertvollsten und 30 Goldmünzen mit viereckigem Loch (Dogo) wert.
Er verbuchte diesen Verlust unter Lehrgeld und trat mit seiner weiblichen Begleitung durch das Stadttor, um ein annehmbares Gasthaus zu suchen.
 
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Den ländlichen Charme, den die Fachwerkhäuser ausstrahlten, kannte PJ noch aus seiner Welt, doch um nicht stundenlang ziellos durch die Stadt zu latschen, sprach er eine ältere Dame an, ob sie ihm ein Gasthaus mit Unterkunft empfehlen könne.
Sie lächelte nach einem Blick in seine himmelblauen Augen und beschrieb ihm im Anschluss den Weg zum ROTEN DRACHEN, dem besten Gasthaus der Stadt.
PJ bedankte sich artig, machte sich mit Aoki im Schlepptau auf den Weg und fand eines der größten Häuser ohne Probleme.
Die Dämmerung setzte langsam ein, weshalb PJ froh war, dass sie noch ein freies Zimmer ergattern konnten, doch vorher aßen sie ausgiebig zu Abend.
Er lehnte sich anschließend zufrieden zurück, bestellte zwei Becher Traubensaft und ignorierte die Blicke der anderen Gäste, die sich vermutlich an Aokis Hautfarbe nicht sattsehen konnten.
Solange keiner sie beleidigte oder etwas ähnlich Dummes unternahm, genoss er den Abend, das gelegentliche Kichern seiner Freundinnen und die bewundernden Blicke der weiblichen Gäste und der drei Mägde, die für das Verteilen von Speis und Trank zuständig waren.
Er bemerkte auch, dass Aoki immer wieder mit ihrem Ring spielte, um sich wahrscheinlich zu versichern, dass er echt war und dabei nicht überlegte, wie der Krieger wohl aussah.
Da betrat ein bunt gekleideter junger Mann den Schankraum, der auf dem Rücken eine Laute trug und von allen freundlich begrüßt wurde. Er redete kurz mit dem Wirt und ging dann zu einem kleinen Podest, auf dem ein Hocker und ein Beistelltisch standen. Dort nahm er Platz, bekam ein Getränk gebracht, um nach anfänglichem Geklimper die Ballade der gefangenen Prinzessin vorzutragen.
 
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Aoki schien fasziniert von dem Jüngling, der mit einer Art Sprechgesang die Geschichte einer geraubten Prinzessin vortrug, die nun in einer Höhle gefangen gehalten wurde, um einer Räuberbande in jedweder Hinsicht zu dienen.
Am Ende der Geschichte fand der Held das To-Nari-Tang, das Buch der Fragen. Mit seiner Hilfe, da er die richtigen Fragen stellte, konnte er die Prinzessin finden und befreien. Doch sie war seelisch und körperlich ein Wrack. Das Happy End bestand aus einer prall gefüllten Geldbörse des Helden, der mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen von dannen zog.
In PJs Augen gab es überraschend viel Applaus für den Künstler, der die Stimmung noch weiter anheizte durch das vortragen einiger Trinklieder, weshalb auch die Wirtin einen zufriedenen Eindruck machte.
Während PJ dieses Buch der Fragen nicht aus dem Kopf ging, sammelte der Barde an allen Tischen durch das hinhalten seines Hutes ein sogenanntes Trinkgeld ein.
Auch der Deutsche warf ein paar Klik in den Hut und fragte den Besitzer, ob er wisse, was mit dem Buch der Fragen passierte oder wo man es finden könnte. Doch darauf hatte der Barde keine Antworten.
Später, als er neben der bereits selig schlummernden Aoki im Bett lag, dachte er noch immer über das magische Buch nach, und nachdem er eingeschlafen war, träumte er davon, es zu finden.
Am nächsten Tag erreichten sie die Stadt Derbusen, wo er beim Kauf mehrerer Wasserschläuche in Erfahrung brachte, dass es von hier nur noch ein Tagesmarsch bis zum Geisterwald war.
Sie füllten die Schläuche am Brunnen auf dem Marktplatz, wo sie mit verschiedenen Menschen ins Gespräch kamen und nebenbei erfuhren, dass es nur zwei Gasthäuser in dieser Stadt gab.
 
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Zum weißen Einhorn war ihre erste Wahl, suggerierte der Name Reinheit und Ehrlichkeit, doch das Publikum machte einen höchst zwielichtigen Eindruck, weshalb man die andere Unterkunft für Gäste aufsuchte.
Bei Jo machte einen gemütlichen Eindruck, was wohl daran lag, das Jo für Josefine stand, welche hier nicht nur die Wirtin, sondern auch die Chefin des Familienclans war, der dieses Gasthaus betrieb.
Die Begrüßung was freundlich, die ausgehängten Preise akzeptabel, das Zimmer mit zwei schmalen Betten sauber.
PJ akzeptierte auch für zwei Übernachtungen Vorkasse leisten zu müssen, dafür war das Frühstück im Preis inbegriffen.
Begeistert war er von den beiden großen Hirtenhunden, welche Aoki nicht von der Seite wichen, sobald diese den Schankraum betrat, was bei der Wirtin großes Erstaunen hervorrief, denn Fremden gegenüber waren die Tiere eher misstrauisch und abgeneigt.
Selbst PJ wurde ignoriert, durfte sie höchstens kurz streicheln. Banny stupsten sie flüchtig mit der Nase an, als sie in Aokis Haaren erschnüffelt wurde. Sogar Melody entging ihren scharfen Sinnen nicht, doch sie wurde nicht angebellt, sondern ihre Gegenwart akzeptiert.
Hier könnte man es länger aushalten, dachte PJ und nahm sich vor, auf dem Rückweg hier ein paar Tage zu verbringen.
Nach dem Abendessen fragte PJ die Wirtin, ob in der Stadt oder im nahen Umland ein Magier leben würde, was ihm einen prüfenden Blick einbrachte. Doch der schien positiv ausgefallen zu sein.
»Nein, nur eine Magierin«, antwortete sie und lächelte verschmitzt.
 
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#111 (erste Schnapszahl)
Sie fertigte mit Hilfe ihrer Tochter eine kleine Skizze an, die ihm als Orientierungshilfe dienen sollte, wofür er äußerst dankbar war. Deshalb bat er sie, am nächsten Tag auf seine Schützlinge zu achten, was Jo ihm versprach, nachdem er ihr auf Nachfrage erklärt hatte, weshalb er von mehreren sprach.
Um seiner Freude Ausdruck zu verleihen, schmiss er für die Anwesenden eine Lokalrunde und weihte anschließend seine drei Freundinnen in seinen Plan ein, am nächsten Tag die Magierin zu besuchen. Des Weiteren bat er sie, hier auf ihn zu warten, da er kein Risiko eingehen wollte.
»Bitte verlasst nicht das Gasthaus. Wenn es ein Problem gibt, wendet euch an Jo. Sie wird euch bei allem helfen, denn sie weiß, dass ihr zu dritt seid. Ansonsten bleibt möglichst in der Nähe der Hunde.«
Die Mädchen versprachen artig zu sein. Er solle sich keine Sorgen machen und möglichst schnell zu ihnen zurückkehren.
Als alle in ihren Betten lagen, dachte PJ darüber nach, wie wunderbar es sich anfühlte, von netten und hilfsbereiten Wesen umgeben zu sein. In seiner alten Welt war das meist nicht der Fall gewesen, da fast jeder nur auf den eigenen Vorteil aus war. Wahre Freundschaft schien ausgestorben zu sein. Verlor man in den Augen der anderen seinen Nutzen, brachen alle Kontakte sofort ab. Manchmal reicht dafür ein falsches Wort wie Nein. Er dachte an seine Rollenspielgruppe, aber auch an einen gewissen Typen aus Dortmund, dem er in einer harten Zeit finanziell geholfen hatte und der plötzlich nicht mehr mit ihm sprechen wollte, weil PJ dummerweise eine Befürchtung ausgesprochen hatte. Alle Hilfe davor zählte nicht mehr. Deshalb kamen ihm früher immer die Tränen, wenn er sah, wie Freunde in erfundenen Geschichten zusammenhielten. Trotzdem hatte er sich deshalb gerne Anime-Serie angesehen.
 
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