Das grauenvolle Tagebuch des Grauens

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Nachdem Norsia sich schweren Herzens, aber fünf Silbermünzen reicher, von PJ getrennt hatte, machte dieser sich frisch, um dann nach unten zu gehen und im Schankraum zu frühstücken.
Beim anschließenden Verdauungsspaziergang entdeckte er einen Stand mit Früchten, wobei ihm eine grünliche Frucht mit durchsichtiger Haut auffiel, weshalb er den Händler fragte, wie die Bezeichnung für diese merkwürdige Frucht lautete.
»Das ist eine Sorte der Kristallfrucht, mein Herr.«
PJ erfuhr, dass es drei Sorten dieser Frucht gab, wobei es sich bei der grünen um die seltensten, aber auch die süßesten handelte.
Der Deutsche kaufte eine, die immerhin eine Kupfermünze kostete, was recht teuer für hiesige Verhältnisse war, bereute es aber nicht, denn die Frucht von der Größe einer kleinen Honigmelone schmeckte wie eine Mischung aus Pfirsich und Erdbeere.
Bestens gelaunt setzte PJ seinen Spaziergang fort, bis er in der Nähe einer schmalen Gasse aus eben dieser Geräusche der Trauer vernahm und neugierig in das Halbdunkel trat, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Schnell gewöhnten sich seine Augen an das schummrige Licht, da nahm er bereits eine auf dem Boden liegende Gestalt wahr und näherte sich ihr behutsam, um sie nicht zu erschrecken.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
»Hab keine Angst, ich will dir nur helfen«, sagte PJ fast flüsternd und ging in die Knie, als er das traurige Häuflein erreichte.
»Bist du verletzt?«, fragte er leise und streckte vorsichtig die Hände aus, um das bemitleidenswerte Bündel aufzuheben, doch er bekam keine Antwort.
Stattdessen verstummte jedes Geräusch, als seine Finger es berührten und kurz stockten, als er keine Haut oder Kleidung fühlte, sondern weiches Fell, welches zum Teil von etwas Feuchtem verklebt war.
Seine Hände umfassten es sanft, hob es hoch, während er sich aufrichtete, und sah plötzlich zwei goldfarbene Punkte, welche ihn wie kleine Scheinwerfer anleuchteten.
PJ trat den Rückweg an, um im Licht der Sonne zu erkennen, was er wie ein Baby schützend vor seiner Brust hielt.
Mit seinen kleinen spitzen Ohren und dem schwarzen kurzhaarigen Fell stufte PJ es sofort als eine Katze oder etwas Artverwandtes ein, und als es ihn mit seinem kleinen Gesicht ansah, schien der Blick der goldenen Augen ihn förmlich zu durchbohren, bis er PJs Herz erreichte.
Nun schlossen sich die Augen und das kleine Wesen kuschelte sich in die Armbeuge seines Retters.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
PJ registrierte verwundert die fragenden bis entsetzten Blicke der Passanten, die ihn und sein blutbesudeltes Bündel beobachteten, wobei sich einige beim Vorbeieilen laut fragten, warum noch niemand die Stadtwache gerufen hatte.
Unter diesen Umständen trat PJ die Flucht nach vorne an und eilte raschen Schrittes zurück zum Gasthaus, um sich dort in Ruhe um das Tier kümmern zu können.
Dort angekommen fragte er nach einer Schüssel warmes Wasser und ein paar sauberen Reinigungstüchern, doch der Wirt untersagte ihm das Tier mit auf das Zimmer zu nehmen, da er befürchtete, es wäre mit Ungeziefer verseucht und eh bald tot.
Langsam kochte die Wut im Deutschen hoch, also griff er zum letzten Mittel und bot dem Wirt drei Silbermünzen, doch der wurde gierig und verlangte fünf.
Kaum im Zimmer angelangt, wollte PJ das Tier ablegen und stellte verwundert fest, dass nicht nur jede Spur von Blut verschwunden war, auch das Fell hatte sich in Luft aufgelöst und war einer schwarzen Haut und blutroter Kopfbehaarung gewichen.
Hatten seine Augen ihm einen Streich gespielt, fragte er sich, legte das kleine Kind auf das Bett und deckte es zu.
Da hämmerte eine Faust gegen die Tür und ein Stadtwächter forderte, man möge die Tür öffnen.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
PJ rüstete sich bereits innerlich und war enttäuscht, als er die Tür öffnete und nur zwei nicht gerade Furcht einflößende Gestalten vor ihm standen.
»Was liegt an, dass ihr durch dieses unhöfliche Auftreten euer Leben riskiert?«, fragte PJ mit einem Tod verheißenden Blick.
»Verzeiht, Herr, aber wir wurden gerufen, weil Ihr unerlaubt etwas mit auf Euer Zimmer nahmt.«
»Sagt wer?«
»Ein Gast konnte Euer Tun beobachten und alarmierte uns«, antwortete der Wortführer lahm.
»Und was genau soll ich hier verstecken?«, hakte der Deutsche nach, dessen Augen nur noch Schlitze waren.
Die Wächter tauschten verzweifelt einen fragenden Blick miteinander, bis der Wortführer antwortete: »Eine blutige Leiche.«
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
»Jetzt atmet mal langsam durch die Hose und erklärt mir dann, warum ich eine blutige Leiche erst ins Gasthaus und dann in mein Zimmer schleppen sollte.«
»Das wissen wir auch nicht, aber es wäre für alle einfacher, Ihr würdet uns ins Zimmer lassen, damit wir die Angelegenheit abschließen können«, schlug der Hässlichere der beiden vor.
»Und wenn ich damit nicht einverstanden bin, egal aus welchem Grund?«
»Dann bliebe uns nur noch die Anwendung von Gewalt, was sicherlich nicht in Eurem Sinne wäre.«
Diese unfreiwillig komische Parodie von Gewaltandrohung ließ PJ freudlos auflachen, doch dann machte er den Weg frei und ermahnte die Wächter, nichts anzufassen, da er sie sonst töten müsse.
Da es im Zimmer nicht viel zu sehen gab, standen die Suchenden schnell am Bett und wollten die Gestalt begutachten.
Da das Kind bereits erwacht war, schlug es die Decke zur Seite, stand auf und war zwar immer noch nackt, aber kein kleiner Junge mehr.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
PJ war ziemlich geschockt, da er nicht damit gerechnet hatte, dass statt einem etwa Sechsjährigen nun eine ca. Zwölfjährige neben dem Bett stand und von den Augen der Wächter lüstern begutachtet wurde.
»Jetzt habt ihr euch genug aufgegeilt«, rief PJ, packte die Wächter am Kragen und trug sie zur Tür, wo er sie auf den Flur schob und die Tür schloss.
Er wandte sich dem Mädchen zu und wusste nicht, was er tun sollte, da er keine Ersatzkleidung besaß und nicht mit ihr einkaufen gehen konnte.
»Bist du eine Art Formwandler oder warum hast du plötzlich den Körper eines Mädchens?«, fragte er das Kind, welches ihn mit großen Augen anstarrte, aber keinen Ton von sich gab.
»Hm, dann leg dich besser wieder ins Bett, weil ich Kleidung für dich brauche, weshalb ich kurz mit dem Wirt sprechen muss, okay?«
Er bekam zumindest eine Reaktion, denn sie legte sich ins Bett, woraus PJ ableitete, dass sie ihn verstand.
Erleichtert verließ er das Zimmer, schloss die Tür jedoch ab und ging nach unten, wo die beiden Wächter sich noch mit dem Wirt unterhielten und die wenigen anwesenden Gäste das Gespräch mit Interesse verfolgten.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Er ignorierte die Wächter und fragte ohne Umschweife den Wirt, ob er einen Boten zu Norsia schicken kann, damit diese möglichst sofort zu ihm kommt.
Der Wirt zögerte einen Moment, dann nickte er und rief einen Jungen zu sich, dem PJ eine Silbermünze versprach, sobald er mit Norsia zurück sei.
Danach bestellte er sich einen Becher Wein, trank ihn in einem Zug leer und verließ dann das Gasthaus, um auf der Straße zu warten.
Zu seiner Überraschung dauerte es nicht lange, bis er die beiden entdeckte, Norsia dankte und dem freundlichen Jungen seine wohlverdiente Silbermünze überreichte.
Rasch erklärte er Norsia die Situation und ging mit ihr auf sein Zimmer, wo er sie bat, diverse Hemden und Hosen in verschiedenen Größen und guter Qualität zu kaufen, wofür er ihr 20 Silbermünzen mitgab, obwohl sie beteuerte, das wäre zu viel.
PJ wies darauf hin, dass auch Schuhwerk und Unterwäsche etc. gebraucht werden, und betonte am Ende, dass er ihr da blind vertraue.
Kaum hatte Norsia das Zimmer verlassen, fiel ein Teil der Anspannung von ihm ab und er setzte sich auf das Bett und redete mit dem namenlosen Kind, welches ihn ansah, als würde sie nicht verstehen, warum er tat, was er tat.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
☠️🏴‍☠️ Ab hier ist die 7-Sätze-Regelaufgehoben.

PJ hatte das Gefühl, die Zeit würde wie eine Schildkröte langsam dahinkriechen, da er keinerlei Möglichkeit besaß, sich abzulenken, da das Kind nicht mit ihm reden konnte oder wollte.
Schon begann er, den Moment zu verfluchen, der ihn auf das Kind aufmerksam werden ließ, doch als es endlich an der Tür klopfte, verflogen diese düsteren Gedanken.
Norsia brachte auch einen Rucksack mit, um die restliche Kleidung zu transportieren, da sie bemerkt hatte, das PJ keinen besaß.
Das kleine Mädchen fand ein paar farbenfrohe Sachen, die auch passten, und entschied sich zudem für Riemensandalen, dabei strahlte sie die ganze Zeit, als hätte sie an Weihnachten Geburtstag.
Am Ende versuchten die Erwachsenen dem Kind verwertbare Informationen seine Eltern betreffend zu entlocken, doch ohne Erfolg.
Also begaben sich die Drei in den Schankraum, wo sie zu Mittag aßen und PJ seiner Helferin dankte, indem er ihr das nicht verbrauchte Geld, immerhin fast 12 Silbermünzen, gegen ihren Widerstand schenkte.
Danach verabschiedete sich Norsia, die ihre Eltern besuchen wollte, wogegen PJ und sein Schützling einen ausgedehnten Spaziergang machten, in dessen Verlauf dem Deutschen auffiel, dass es in der Stadt nur wenige dunkelhäutige Menschen gab, von nicht menschlichen Rassen ganz zu schweigen.
PJ hoffte, dass Kaorih bald mit seiner Belohnung auftauchte, denn er fühlte sich in dieser Stadt nicht mehr wohl, weshalb er an einer vor Blicken geschützten Stelle das Kind auf die Arme nahm und mit ihr aus der Stadt flog, denn er wollte ihre Reaktion testen.
Doch sie blieb vollkommen ruhig und schien den Flug zu genießen.
 
Grund: Änderung
Zuletzt bearbeitet:
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Er landete am Rande eines kleinen Waldes, wo er eine unerwartete Reaktion erlebte, denn sie umarmt ihn und murmelte etwas in ihre Armbeuge.
Kaum ließ sie ihn frei, ging er vor ihr in die Hocke und fragte: »Hast du gerade etwas gesagt?«
Sie nickte und lächelte ihn an, was ein wohliges Gefühl in ihm auslöste, weshalb er auf lächelte.
»Du Freund«, sagte sie einfach so, als sei es das Normalste auf der Welt, doch bevor er reagieren konnte, lief sie los und verschwand im Schatten der Bäume.
»Warte!«, rief PJ und folgte ihr und hatte sie nach wenigen Schritten eingeholt.
Er packte sie unter den Armen, hob sie hoch und drehte sich im Kreis, sodass sie das Gefühl hatte, erneut zu fliegen, was sie vor Freude jauchzen ließ.
Nach einigen Runden stellte PJ sie zurück auf ihre Füße und erneut lief sie los, stoppte nach einigen Schritten und rief ihm zu: »Komm, Freund.«
Lachen rannten sie zwischen den Bäumen umher, da tauchte ein kleiner Bär auf und das Kind lief mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu.
Der Bär war von der Situation wohl ebenso überrascht wie PJ, weshalb er rief: »Nicht, komm zurück, denn seine Mutter ist sicher…«
Weiter kam er nicht, da hörte er bereits entsprechende Geräusche, doch das Kind erreichte in diesem Augenblick den Bären und umarmte ihn lachend.
Da stürmte Mutter Bär brüllend aus dem Unterholz auf PJ zu, doch auf halbem Weg beruhigte sie sich schlagartig, denn die beiden Kinder liefen auf sie zu und selbst PJ spürte, dass von dem Raubtier keine Gefahr mehr drohte.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Das Ganze verlief wie ein lustiges Familientreffen, selbst PJ durfte die Bären streicheln und machte ausgiebig davon Gebrauch.
Irgendwann trennte man sich schweren Herzens und PJ fragte erneut nach dem Namen des Kindes.
»Ich heiße Terry, wie ist dein Name?«, denn er vermutete, dass sein Schützling die Sprache erst langsam lernte, weshalb er seine Frage mit zusätzlichen Gesten unterstützte.
»Du Terry, ich Aoki«, war ihre Antwort, was Terry freute und seine Theorie bestätigte.
Von nun an benannte er alles mit dem entsprechenden Wort und registrierte die raschen Fortschritte seiner Schülerin.
Irgendwann knurrte beiden der Magen und sie flogen zurück, was diesmal nicht unbemerkt blieb, doch aufgrund der Umstände nicht zu einer Identifizierung führte.
Im Gasthaus labten sie sich an Wildschweinbraten und Gemüse, bis Aoki zum ersten Mal herzhaft gähnte.
Also gingen sie auf ihr Zimmer, machten sich bettfertig, während PJ noch überlegte, ob das Bett genug Platz für zwei Personen bot.
Er entschied, dass es für diese Nacht noch reichte, denn es war mehr als einen Meter breit.
Es ging wohl auf Mitternacht zu, als PJ erwachte und verdächtige Geräusche an der Tür vernahm.
Seine erste Vermutung ging Richtung Elfe, doch meinte er mindestens zwei Stimmen ausmachen zu können, was für Diebe oder Mörder sprach.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Lautlos bewegte er sich zur Tür, nahm die Kampfstellung des ersten Schlages ein und wartete, dass jemand die Tür öffnete, was nach knapp einer Minute geschah.
Kaum hatte sich ein winziger Spalt aufgetan, ergriff PJ die Initiative und riss die Tür fast aus den Angeln, führte den ersten Schlag jedoch nicht aus, denn vor ihm wurde erneut Kaorih sichtbar, auf deren Schulter diesmal eine kleine Fee saß.
Letztere stieß einen spitzen Schrei des Schreckens aus, welcher allerdings selbst für PJ eher die Lautstärke eines menschlichen Flüsterns erreichte.
»Deine Todessehnsucht nimmt rasant zu, Kaorih«, flüsterte er, packte die Elfe grob am Arm und zog sie rasch ins Zimmer.
»Was soll ich denn tun, wenn du auf mein Klopfen nicht reagierst?«
»Sei gefälligst leise, sonst weckst du noch Aoki auf«, zischte PJ sie an.
»Nächstes Mal komm einfach zu einer gesitteten Uhrzeit, du bist schließlich kein Vampir.«
PJ drehte den Docht der zum Zimmer gehörenden Laterne etwas höher und fragte dann: »Warum hast du Verstärkung mitgebracht?«
»Banny hat sich bereit erklärt, dich auf die geforderte Weise zu unterstützen, sofern du versprichst, sie zu beschützen und für ihr leibliches Wohl zu sorgen, solange du dich in unserer Welt aufhältst.«
»Hm, das kommt unerwartet, doch du wirst mich sicher gleich darüber aufklären, was sie für ihr leibliches Wohl braucht«, forderte PJ die Elfe auf, ihn in die Lebensweise der Feen einzuweihen.
»Als Fee braucht sie mindestens einmal am Tag eine Möglichkeit, eine Portion frischen Blütennektar zu sich zu nehmen, das ist eigentlich schon alles.«
»Hat sie keine magische Frischhaltebox oder Ähnliches, um einen kleinen Vorrat anzulegen?«
»Mit ihrer Hilfe gelingt es dir sicher, etwas Ähnliches zu kaufen, auch wenn du nur ein Mensch bist.«
»Na toll, jetzt werde ich nicht nur betrogen, sondern auch noch von einer undankbaren Rassistin beleidigt«, regte sich der Deutsche auf und bemerkte erst jetzt, dass Aoki aufgewacht war, die Fee auf ihrer Schulter saß und ihr wer-weiß-was ins Ohr flüsterte.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
»Warum regst du dich auf?«, fragte Kaorih den Mann mit den goldenen Haaren, wie er bei den Elfen hieß, da ihrer Meinung nach die von ihm gestellten Bedingungen perfekt erfüllt wurden.
»Weil ich jetzt eine weitere Person schützen muss, oder kann Banny kämpfen und sich selbst schützen?«
»Nun, sie ist sehr schnell, trifft mit ihrem Bogen stets das Ziel und beherrscht Magie, reicht das nicht?«
Dazu fiel PJ nichts mehr ein, also wechselte er das Thema und forderte Kaorih auf, ihm zu erzählen, welche Aufgabe er für die Königin lösen sollte.
»An der Südspitze dieser Welt befindet sich der Geisterwald, in welchem sich ein alter Friedhof und der Tempel der Erinnerung befinden.«
»Soll ich etwa zum Grabräuber werden und eine Leiche ausgrabe, um ihre Grabbeilagen zu stehlen?«, unterbrach PJ die Elfe in der Hoffnung, damit die Aufzählung zu begrenzen.
»Wenn du Pech hast, doch eigentlich soll sich der gesuchte Gegenstand im Tempel befinden, wo tödliche Fallen verhindern, dass er in unbefugte Hände fällt.«
»Und nach was genau soll ich Ausschau halten?«
»Es ist ein goldenes Schwert, doch sieh dich vor, denn zwei der menschlichen Fürsten wissen auch, wo es zu finden ist, und haben bereits eigene Suchtrupps losgeschickt.«
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Nachdem Kaorih sich auf den Heimweg machte, saßen wir zu viert auf dem Bett, denn Bannys Freundin Melody hatte sich zu den drei Personen gesellt.
Melody war der Geist eines kleinen Kindes, welches viel zu früh sterben musste, aber in Banny eine Freundin fand, da die Fee sie sehen und auch hören konnte.
PJs Respekt vor der Fee war in den letzten Minuten erheblich gewachsen, denn Melody konnte sich durch sie mitteilen, weshalb bereits die Sonne aufging, als alle sich zur Ruhe betteten und bis zum Mittag etwas Schlaf nachholten.
Nachdem ihm alle ihre Wünsche für das Frühstück verraten hatten, kaufte PJ es beim Wirt und ließ alles, was der Wirt nicht in seiner Vorratskammer vorfand, durch einen Boten besorgen.
Es war ein schöner Moment, auch für PJ, mit seinen drei Mädels zu quatschen und zu lachen, ohne sich Sorgen zu machen und an die gefährliche Reise zu denken.
In manchen Augenblicken glaubte er sogar Melodys Anwesenheit zu spüren und ihre vagen Umrisse zu erkennen, wenn Banny sich ihr zuwendete und anschließend wiederholte, was Melody ihr mitgeteilt hatte.
Später unterhielt sich PJ mit der Fee und fragte sie, ob sie einen Behälter mit Magie so präparieren könnte, um darin gesammelte Blüten zu konservieren, damit sie einen Notvorrat dabei hätten.
Das bejahte sie.
Nun zeigte er ihr seinen Ring, von dem er bisher nur vermutete, dass eine gewisse Kraft in ihm steckte.
Sie berührte das Schmuckstück und wusste nach wenigen Sekunden, dass er im Umkreis von etwa zwei Schritt vor jeder Art von Magie schützte, sie teilweise aufhob.
»Also gut, meine Damen, dann lasst uns einkaufen gehen, damit wir morgen aufbrechen können.«
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Bestens gelaunt streifte PJ mit seinem Anhang durch die Stadt, wobei sich Banny unter Aokis Haaren versteckte und Melody eh unsichtbar war.
Doch er hatte noch immer keine Idee, welche Art von einer Box er suchte und aus welchem Material sie sein sollte, bis er einen kleinen unscheinbaren Turm sichtete.
Als sie davor standen, war das Aushängeschild nicht eindeutig, ob hier ein Alchemist oder gar ein Magier einen Laden betrieb, doch das störte PJ nicht.
Er versuchte einfach die Tür zu öffnen und stand Sekunden später in einem Geschäft, welches nicht nur voll von verschiedenen Gerüchen war.
Die Wände bedeckten zum Teil offene Regale, aber auch Schränke mit Dutzenden Schubladen.
Unter der Decke waren etliche dünne Stricke gespannt, an denen man Bündel von Kräutern, getrockneten Blumen und weniger hübsche Dinge befestigt hatte.
In den Regalen standen Schachteln, Flaschen, Dosen und obskur geformte Gefäße, deren Funktion nicht ersichtlich war.
Da wurde hinter einer hölzernen Theke ein speckiger Vorhang beiseite geschoben und ein kleiner Mann, der nicht nur durch seine abgewetzte und fleckige Kleidung wirkte, als würde er die Last einer ganzen Welt auf seinen Schultern tragen und gleich zusammenbrechen.
»Willkommen in meinem kleinen Reich«, begrüßte er seine potenziellen Kunden mit einer überraschend kräftigen Stimme.
»Welche Wünsche darf ich euch erfüllen?«
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
»Wenn ich das hier so sehe, habt ihr doch gewiss Heiltränke, die gut, aber nicht zu teuer sind.«
»Natürlich, mein Herr, doch was genau sucht ihr, denn manche heilen Wunden, andere Vergiftungen oder regenerieren verlorene Gliedmaßen, solange die Verletzung nicht tödlich war.«
»Nicht schlecht, doch hauptsächlich brauche ich Heiltränke.«
»Nun, die einfachen für mehrere kleine Wunden kosten 20 Silbermünzen, die mittleren für größere Verletzungen liegen zwischen einer halben und einer ganzen Goldmünze, doch um einen Sterbenden zu retten, sind mindestens zwei Goldene zu zahlen.«
»Hört sich nach fairen Preisen an, aber ich suche auch ein Behältnis zur Aufbewahrung von Blüten mit viel Nektar, welches zudem möglichst stabil bis unzerbrechlich ist.«
»Auch da kann ich euch helfen. Was haltet ihr von einer kleinen Metallkiste, die innen eine weitere Kiste aus glasiertem Ton aufweist?«
»Hört sich gut an. Sind die Tränke ähnlich gut geschützt?«
»Natürlich«, versicherte der alte Mann, weshalb PJ nicht zögerte und für seine Zusammenstellung 11 seiner 12 Goldmünzen ausgab.
Nachdem sie auf dem Rückweg waren, kaufte PJ noch eine Topfpflanze mit mehreren Blüten, damit Banny ihren Hunger stillen konnte, denn PJs empfindliches Gehör konnte das Knurren ihres winzigen Magens deutlich vernehmen.
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Zufrieden mit ihrer Ausbeute kehrte die Gruppe ins Gasthaus zurück.
Da PJ und Aoki auch Hunger verspürten, gingen die beiden in den Schankraum essen, während Banny und Melody im Zimmer blieben, da die Elfe eine Überraschung vorbereiten wollte.
Beim Abendmahl bemerkte PJ, dass draußen die Dämmerung einsetzte.
Er überdachte seinen Entschluss, die Königin zu hintergehen, was nun wegen Banny schwieriger geworden war, denn er vermutete in ihr eine Art Aufpasser.
Andererseits war schwer einzuschätzen, wie gefährlich die ganze Aktion werden konnte, doch an deren Ende bestand sicherlich die Möglichkeit, der Königin die Beute vorzuenthalten, vorausgesetzt sie hatten Erfolg und konnten das Schwert in ihren Besitz bringen.
»Na, freust du dich schon auf unser Abenteuer?«, fragte er Aoki und konnte es nicht fassen, wie flüssig und wortreich sie antwortete.
Sie schien alle Gespräche in ihrer Nähe wie ein Schwamm aufzusaugen und lernte in einem Tempo, dass PJ verblüffte.
Oder hatte die kleine Elfe magisch nachgeholfen?
»Werden wir wieder fliegen? Ich würde gern selbst fliegen können, aber Banny meinte, es gibt Dinge mit Magie, mit denen es ganz leicht zu lernen ist. Hast du auch so ein Ding?«
»Nicht wirklich, aber vielleicht finden wir etwas wie einen Ring oder Gürtel, das dir diese Macht verleiht.«
»Das wäre schön, denn alle außer mir können fliegen.«
 
Kommentieren

Shadowhead

Freibeuter
Themenstarter
Registriert
19 Mai 2021
Beiträge
2.348
Erhaltene Likes
12.796
Kaum zurück im Zimmer flatterte Banny aufgeregt um die Köpfe der beiden Menschen herum und forderte von jedem einen Tropfen Blut.
PJ unterzog sich als Erster dem Ritual für einen persönlichen Aufbewahrungsort in einer anderen Dimension für Gegenstände aller Art inklusive Lebensmittel, die dauerhaft frisch blieben.
Banny fragte den Deutschen nach der Fertigstellung, ob er vor sich einen kleinen roten Punkt sah.
PJ bejaht und die Fee erklärte ihm, wie er seinen Bunker öffnen konnte, was er sofort probierte.
Dann vollzog Banny das Ritual mit Aoki, was diese verzückt herumtanzen ließ, nachdem auch ihr Bunker funktionierte.
PJ gab daraufhin Aoki 15 Silbermünzen als Notreserve, die sofort in ihrem Bunker landeten, zusammen mit einem Teil der Tränke und ihrer restlichen Kleidung samt Rucksack.
»Danke, Banny, das ist extrem hilfreich, denn jetzt brauchen wir keine Diebe fürchten und ersparen uns unnötiges Schleppen, wenn wir mal einen großen Schatz finden.«
Spätestens jetzt begriff PJ, wie vorteilhaft es war, statt eines Gegenstands die kleine Fee im Team zu haben.
»Jetzt bleibt für mich nur noch eine Sache zu klären, Aoki. Inwieweit bist du in der Lage, dich zu verteidigen?«
 
Kommentieren
Duckier

Sicher & Gratis VPN

Schütze deine Privatsphäre mit Duckier VPN — schnell, gratis und ohne Logs.

BlitzschnellKeine Geschwindigkeitslimits, kein Drosseln
Keine LogsDeine Aktivitäten bleiben privat — immer
Globales NetzwerkServer weltweit für beste Performance
100% KostenlosKeine Kreditkarte, keine versteckten Kosten
Oben