Der "I Hate it"-Thread

kendiman

Stolzer Österreicher
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In den letzten Tagen habe ich eine Nachricht bzw. "Alarmierung" bekommen, dass Millionen von Mail-Adressen inkl. Passwörter und Kontodaten von allen möglichen Diensten usw. im Darkweb zu finden sind.
Darunter auch einige meiner Daten. Nicht nur ich als Österreicher bin betroffen, geht weltweit anscheinend vielen so. Dürfte sich um "data breaches" bei ein paar Providern gehandelt haben.
Kurzerhand die wichtigsten Konto auf einen ganz neuen Mailservice übertragen, die Passwörter geändert - fertig. Bei mir dürfte u.a. ein Zugriff, z.B. bei Netflix, aus dem asiatischen Raum erfolgt sein.
Konto wurde deaktiviert, dank dem Service sofort, neues Konto gemacht.

Kurzum: Ich hasse es, viel Arbeit und Aufwand zu haben, (fast) alle meine Konten umzuschlichten. Darauf könnte ich gerne verzichten.
 
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dnatm

Savvy?
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Jupp, hatte letzte Woche auch direkt bei beiden Mailprovidern Anmeldeversuche aus Polen, trotz verschiedener Passwörter.
2FA hatt's verhindert.
Ist dann immer schön, wenn man sich jetzt überall ausloggen darf, um die Passwörter zu ändern.
 
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xNecromindx

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Deswegen betreibe ich meinen eigenen Mail-Server :cool: :ROFLMAO:
Scheinen aber wirklich allerhand Daten im Umlauf zu sein. In den letzten Tagen hat die Menge an "Einbruchsversuchen", die an der Firewall abschmettern, erheblich zugenommen. Offenbar sind da also auch so einige übernommene Server am werkeln...
 
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MrHonk

mit Baby Bruno
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Besonders betroffen sind ja die, die ein Passwort für alles haben und nach Möglichkeit den Benutzernamen auch überall verwenden. Okay, Benutzername ist bei mir auch oft gleich oder ähnlich, aber ich habe für JEDE Seite / Dienst ein eigenes Passwort unf 2FA ist natürlich Pflicht.
 
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xNecromindx

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Ne :ROFLMAO:
Aber es passt immer so schön in diese "Cloud-Welt", in der Leute permanent bemängeln, dass irgendwas in die Hose geht oder jetzt "schlecht" ist, sich aber freiwillig in die Abhängigkeit begeben, einfach weil es "bequem" ist.
Egal ob Facebook "oh, Daten geklaut", E-Mail Provider "oh, mein Passwort wurde verändert", Streaming-Dienste "oh, irgendwelche Filme jetzt aus dem Angebot genommen", ect. ect. ect....
Das geht so weit, dass sich so manch einer in ganz ernsten Probleme wiederfindet, weil plötzlich irgendwelche Daten weg sind oder Zugriffe auf etwas sehr wichtiges weg sind. Das ist für mich in etwa sowas wie, mit dem Verlassen des Hauses den Schlüssel beim Nachbarn lagern, weil der passt ja immer gut drauf auf... bis er dann mal irgendwann tot in der Badewanne liegt und ich nicht mehr weiß, wie ich in mein Haus kommen soll...

Das bemerkenswerte ist, dass keiner in einem "Hate it" Thread die Ursache verurteilt, sondern immer nur das Symptom. Da sollte man in der Tat nicht müde werden, mit dem Finger auf die Ursache zu zeigen.

Und bei the way: Tatsächlich benutze ich bei gar nichts 2FA. Das geht mir nämlich furchtbar auf den Sack, weil dann direkt Handy ins Spiel kommt und so ein Handy ist für mich eines der unwichtigsten Produkte, die ich besitze. Das liegt gern auch mal 3 Tage "irgendwo". Und ja: Nicht einmal mein Handy hat einen zweiten Faktor beim Entsperren. Einschalten, benutzen - fertig.
Das einzige was einen zweiten Faktor bei mir hat, ist das Online-Banking, wo ich mit so einem Lese-Dingens eine TAN rauspuzzeln muss - was mich auch furchtbar ankotzt.
 
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kendiman

Stolzer Österreicher
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Heute war im "ZDF Morgenmagazin" ein "Duell" über das Thema "Pensionsreform".

Dieses Duell war gar nicht der Aufreger für mich, sondern eine Frage an einen 25-jährigen Zuschauer zu diesem Thema, der meinte:
"Man könne ruhig länger arbeiten." Warum um Gottes Willen wird ein 25-jährige dazu befragt?
Der hat bzw. kann noch gar keine wirkliche Erfahrung in einem Beruf gesammelt haben.
Zum Glück wurde auch eine 80-jährige befragt, die 45 Jahre als "genug" befunden hat.

Man hat an diesem Beispiel gesehen, wie "dumm" die Sendungsverantwortlichen hierbei waren, einen so jungen Mann zu fragen.
Meines Erachtens nach, hätte man eine/e Mann/Frau fragen sollen, mit mindestens 20 Jahren Erfahrung im Arbeitsleben.
 
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xNecromindx

Namhafter Pirat
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Also soll man deiner Meinung nach tatsächlich eine 80-jährige Befragen, die, wenn man mal zurückrechnet, ihr Leben 1940 begonnen hat und bewerten soll, wie der Berufsalltag die kommenden 40 Jahre wohl sein wird, um sich ein Bild zu machen, wie lange man wohl arbeiten können wird!? Zumdem, nur mal angemerkt: Warum fragt man die 80-jährige überhaupt? Was geht die denn das an? Fragt man auch Leute ohne Beine, wie bequem die aktuellen Schuhe sind?
So etwas betrifft nun einmal vorrangig die jungen. Die sind es, die die Konsequenzen tragen. Die sind es auch, die die Konsequenzen tragen, wenn die 80-jährige, die es nicht mehr betrifft, ihren unqualifizierten Senf dazu gibt, den der 25-jährige dann in 45 Jahren ausbaden muss.

Mein Vater ist ein ähnlicher Jahrgang und da kannst du ihn mal gerne fragen: Die Arbeitsverhältnisse der 50er und 60er Jahre, sind mit den heutigen überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Der ist jeden Morgen 25km mit dem Fahrrad - zum selber trampeln, kein E-Drahtesel - zur Arbeit gefahren, ob es am Pissen war, oder 35°C heiß. Im Winter hat er sich das Straßenbahnticket gegönnt - er hat ja gut verdient. Der stand dann morgens parat in der Werkshalle, die überhaupt gar keine Heizung hatte. Musste dort dann von Hand Maschinen zerlegen, deren Teile so schwer waren, das man sie allein kaum bewegen konnte. Gabelstapler? Seilwinde? Hydraulikheber? Wovon träumst du!?
Der soll jetzt mit seinem "Erfahrungsschatz" erklären, wie die kommenden 40 Jahre Berufsalltag aussehen? Der, der so Kommentare tätigt wie: Die Möglichkeiten, die man da heute so hat... das gab es damals nicht einmal als Science Fiction.

Also lassen wir von Oppa uns was vom Krieg erzählen, ja? Oppa, der nicht einmal sein Handy gescheid bedient bekommt? Der weiß bescheid. Klar.
Dabei wäre es mal gut weniger Nostalgie-Polemik zu betreiben, etwas genauer die Realität zu betrachten und weniger im Gestern zu leben. Gestern ist vorbei. Die Zeitung von gestern will niemand mehr, sie ist belanglos geworden. Niemand von euch, mich eingeschlossen, hat einen blassen Schimmer davon, wie der Arbeitsalltag wohl in 40 Jahren aussieht. Wie kann man sich da anmaßen darüber befinden zu wollen, ob etwas geht oder nicht!? Meint ihr nicht, dass das nicht nur das Problem der jenigen ist, die es in 40 Jahren betrifft und in erster Linie sie darüber befinden müssen und zum andern ihnen die kommenden 40 Jahren gehören, in denen sie ausgestalten können und müssen, wie die Zukunft dann aussieht?
 
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kendiman

Stolzer Österreicher
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In vielen Punkten gehe ich mit dir total d'accord.
Meine Großeltern (Jg. 33 & Jg. 34) hatten mit Sicherheit eine ähnlich anstrengende, schwere und vor allem körperlich belastende und fordernde Arbeit wie dein Vater.
Auch bei ihnen war man von den heutigen Hilfsmitteln noch meilenweit entfernt und um die Arbeitssicherheit wurde sich auch nicht gekümmert.
Gehörschutz und Schutzbrille - keine Chance. 8-Stunden-Tag - nicht mal in den Sinn gekommen.
Ihre Geschichten hab ich oft genug gehört, kann/will sich natürlich heute keiner mehr vorstellen - muss/soll ja auch nicht mehr (zwingend) sein.

Mein Vater war Jahrzehnte in einer Führungsposition in einem weltweit tätigen Unternehmen beschäftigt, nachdem er sich hochgearbeitet hat.
Auch dort gab es teilweise extreme Bedingungen mit Hitze und Lärm. Trotzdem hat er nicht einmal auf die Uhr geschaut, ob die 8 Stunden schon rum waren und er vielleicht schon nach Hause gehen könnte.

Heute wird zu 90% nur mehr von "Work-Life-Balance" gesprochen. Dann brauchen sich die (größeren) (Industrie)Betriebe, gerade wie Deutschland einige hat, sich nicht wundern, wenn es immer mehr den Abhang runter geht.
Wenn bei uns im TV (Österreich) die jüngere Generation (18 bis 30) gefragt wird, wieviel sie einmal arbeiten und was sie verdienen wollen, denke ich mir manchmal, dass sie unter Drogeneinfluss stehen.
"Naja, ich möchte gerne 20 bis maximal 30 Stunden arbeiten (pro Woche) und 4000€ bis 5000€ netto verdienen." Wo leben die? Wie soll das funktionieren?
Es kann eben nicht jeder Influencer oder Podcaster werden, sondern man braucht auch Arbeiter. Mittlerweile kommt die Gesellschaft drauf, dass eine Lehre nicht ganz so falsch und ein Studium kein Allheilmittel ist.

Die 80-jährige soll es natürlich auch nicht bewerten, da bin ich voll bei dir. Aber was soll ein 25-jähriger, der vielleicht noch Student ist, großartig bewerten können?
Wenn ein 25-jähriger seit z.B. 5 Jahren einen Job in der EDV hat, der ihn nicht besonders anstrengt, dann würde er diesen sicher auch noch 50-60 Jahre machen können.
Aber auch ein 25-jähriger kann einen Beruf haben, wo er froh ist/wäre, mit 65 in den Ruhestand gehen zu können/dürfen.
Ich finde, und da haben wir eben unterschiedliche Ansichten, dass schon eine gewisse Anzahl an Jahren der Erfahrung nötig ist, um es gut einschätzen zu können.
 
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xNecromindx

Namhafter Pirat
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Genau das ist ja der Punkt meiner Aussage.
Mal ein kurzes anekdotisches Beispiel aus der Jetztzeit, weil es dazu so gut passt:
Ich bin seit fast 30 Jahren in ein und dem selben Unternehmen. Seither hat sich da tatsächlich gar nicht so viel verändert. Was sich geändert hat, sind die Beschäftigten. Längst bin ich der "alte Sack".
Ich kenne es zu gut, dass 8 Stunden nur ein vereinbarter Richtwert sind. Ich kenne es nur zu gut, wenn man auch noch das Wochenende geopfert hat, um das Projekt fertig zu bekommen. Wir haben auch seit Anbeginn in unseren Bürogebäuden keine Klimaanlage. Das sind die Bedingungen unter denen ich min. 25 Jahre so gearbeitet habe.
Nunmehr ist eine kritische Masse an "Neuen" da, die einen anderen Arbeitsstil pflegen. Am Wochenende arbeiten? Wo denkst du hin!? Es ist heute 32°C im Büro? Ne, ich geh heim - das ist mir zu warm! Meinst du, jetzt wo dieser Arbeitsstil zum Standard gehört, pflege ich noch alte Sitten? Ich bin doch nicht bescheuert...

Der Arbeitsalltag wandelt sich zusehens. Es sind eben diese 25-jähigen von heute, die mit ihren Vorstellungen die Zukunft prägen.
Wir sind alte Säcke. Wir prägen die Zukunft nicht mehr. Gesellschaftlich sind wir uninteressant - wir sind einfach nur irgendwas zwischen "irrelevant" und "tot".
Deswegen ist es belanglos ob wir uns Arbeiten bis X vorstellen können. Ist gar nicht mehr unser Thema. Eben jene 25-jährigen von heute, sollen und müssen für sich selbst entscheiden, wie sie dem Ruhestand entgegen arbeiten.
Können die gegen ihre Interessen handeln? Natürlich! Die dürfen aber die selben Fehler machen, die wir auch gemacht haben. Denn der Zustand, wie er ist, ist ja nun auf unserem Mist gewachsen - nicht auf deren.
Mit Recht würdest du dich ja auch beschweren, wenn plötzlich dein Nachbar neben dir im Laden steht und entscheidet, welche Hose du anziehen musst. Ist doch gar nicht sein Problem. Hat er doch gar nicht zu entscheiden. Deswegen sollten die entscheiden, die es betrifft. Ich kann doch auch nicht meinen Sohn zwangsverheiraten, mit dem Argument, der hat halt 20 Jahre Ehe noch nicht erlebt. Das ist doch Quatsch. Sein Leben, seine Entscheidung. Beratung gerne, aber weder ungefragt noch aufgezwungen.

Wohin es sie führt, das regeln die schon. Was morgen passiert, kann doch niemand vorhersagen. Also ist doch jede Empfehlung die Zukunft betreffend, eine vage Prognose. Worst case stibt die Menschheit übermorgen aus, dann hat sich das Thema eh erledigt. Nur wichtig ist doch: Deren Zukunft, deren Entscheidung. Was immer da entschieden wird. Weder dich noch mich betrifft es.
Immer wird es das Argument geben, was denn die oder der mit 70 noch so macht. Tja, was hat denn meine Oma gemacht? Die hatte mit 55 schon den zweiten Herzinfakt und einen kaputten Rücken. Hat die wer gefragt, ob die sich arbeiten bis 65 vorstellen kann? Die hat nen Krieg mitgemacht, Hunger und den Wiederaufbau Deutschlands. Mit Recht hätte sie fordern können, doch schon mit 60 oder gar noch eher in den Ruhestand zu gehen. Hat sie aber nicht. War überhaupt auch nie ein Thema. Man arbeitet eben bis 65 - Punkt.
 
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kendiman

Stolzer Österreicher
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Das neue, jüngere Kräfte in ein Unternehmen, in eine Firma usw. gehören, steht außer Frage.
Ich frage mich nur manchmal, ob sie wirklich immer wissen was sie tun und ob es so gut für die Allgemeinheit ist.
Was du sagst, stimmt: Sie müssen entscheiden, was, wann, wie und wo passiert/passieren soll.
Bei manchen Vorstellungen mache ich mir eben Sorgen.
Trifft weder mich, noch dich - auch da stimme ich dir zu.

Für mich ist es nur der Wahnsinn, wenn man glaubt, dass bei dieser Art der Veränderung des Arbeitsalltags und noch dazu seit ein paar Jahren in diesem rasanten Tempo, das aktuelle Niveau des Wohlstands halten zu können.
Da werden sich viele Jüngere noch sehr wundern und das vermutlich schon in ziemlich naher Zukunft.

Das soll es von mir gewesen sein zu diesem Thema (y)
 
Grund: + "gehören"
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level9

Pirate of the 777-Seas
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Ich kann in der Tat bei so etwas beide Seiten verstehen - den einen befragst Du nach seiner vergangenen Erfahrung, den anderen, wie er einschätzt, was mal sein wird.
Und beide, wie schon angemerkt, wissen nicht sicher, was kommt.
Waren unsere Eltern und Großeltern die viel härteren Hunde? Das mag sein, körperlich. Aber war das Arbeitsumfeld auch dasselbe, wo die Menschen heute durch müssen?
Ich kanns auch nicht wissen, habe ja damals nicht gearbeitet.

Ich habe vor einigen Jahren Tourenplanung für LKWs gemacht, Maschinenauslieferungen, etc. Da war auch ein älterer Fahrer bei - der hatte so einen Hals auf das Handy. "Früher stand eine Tour und dann sind wir losgefahren und manchmal waren wir erst drei Tage später wieder da." Zu einer Zeit, da waren Überstunden beim LKW-Fahrer noch so ein Augen-Zudrück-Ding. Soll heissen: Der ist gemütlich losgefahren, hat seine Sachen gemacht und ist auch mal gemütlich 2, 3 Stunden länger gefahren.

Heute sollte der dann aber das gleiche Pensum schaffen, aber am Besten noch etwas schneller Effizienz, Kosten drücken. Durch das Handy war er bei neuen Ereignissen (LKW hat noch Platz, eine weitere Maschine fertiggemeldet) schnell erreich- und umleitbar. Aber: Er musste auch auf Zeiten achten, musste Pausen einhalten und dennoch das Pensum schaffen.

Ergebnis: Er machte "dieselbe Arbeit" wie früher, war aber in der heutigen Zeit deutlich deutlich gestresster und angepisster durch die Wandlungen im Job. Ja sicher hatte er damals locker 14 Stunden-Tage. Aber die hat er gemütlich gemacht. Und gut dabei verdient. Heute durfte er dann maximal 10 Stunden Tage haben, sollte aber dasselbe schaffen. Also Druck, alles schneller.

Und klar, das lässt sich jetzt auf viele Branchen umlegen, wo das eine viel bequemer wurde und lazy-going ist und woanders, trotz moderner Hilfsmittel (wie selbsthochfahrende Rampen am LKW) der Job beschissener wurde. Will sagen: Kannste nicht verallgemeinern.

Wo mir nur der Kamm schwillt, dass solche Dinge von Menschen entschieden werden, die eben das "richtige Arbeiten" gar nicht gewohnt sind.
 
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xNecromindx

Namhafter Pirat
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Wusstest du es mit 25, ganz zu schweigen davon, dass du auf deine Eltern gehört hast?
Das ist doch ein typischer Generationenkonflikt: Als Älterer maßt man sich an, zu glauben, man hätte eine gewisse Lebenserfahrung. Das mag am Ende auch stimmen. Solch eine Lebenserfahrung kannst du aber niemandem einfach beibringen und auch du hast sie nicht von deinen Eltern gelernt. Du kannst deinen Kindern zwar gewisse Erfahrungen vermitteln. Das was du aber deine Lebenserfahrung nennst, ist zu einem Großteil das, was du für dich ganz allein an Erfahrung gesammelt hast - vorallem duch Fehler.
Klar, da sitzt man dann und sagt - um nicht zu sehr offtopic zu werden - "I hate it", dass er/sie/es dieses oder jenes gemacht hat, ich hab ihm/ihr/es doch gesagt, dass...
Aber klar ist doch auch: Wir würden doch noch immer in Höhlen wohnen, wenn nicht irgendeiner mal gesagt hätte: Is mir wurscht was du sagst Vadda, ich mach das jetzt mal "so"!

Deswegen werden wir im Alter eher konservativ und sind eben nicht mehr dafür bekannt, die Welt zu bewegen. Wir haben gelernt, wie die Welt, wie wir sie erfahren haben ist, und wissen, wie wir durch sie hindurch navigieren.
Wir kämen ja gar nicht auf die Idee Dinge groß anders zu machen, wir wissen ja schon, wie man es machen kann - nur weiß vielleicht unser Nachwuchs, wie es noch besser geht!?
Neues entdeckt man durch probieren. Alte Menschen probieren erwiesenermaßen schlicht und einfach viel weniger. Sie kennen schon einen möglichen Weg und suchen deswegen nicht mehr nach einem neuen.

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Ja, gebe ich dir recht. Keine Frage.
Gehst du irgendwo in den nigerianischen Busch und fragst dort mal, wie man sich Wohlstand vorstellt, dann wirst du ein komplett anderes Bild vorgesetzt bekommen, als du es zeichnen würdest.
Also, was ist Wohlstand? Dickes Auto fahren? Haus haben? Mille auf dem Konto? ... Oder kann es auch sein: Eine gesunde Familie, für die man Zeit hat?
Es ist ja wieder genau das Problem: Du definierst etwas, aus deinem Weltverständnis heraus. Jemand anders, der ein anderes Verständnis entwickelt hat, macht womöglich daraus etwas ganz anderes.
Am Ende geht es doch aber nur darum, ob der damit glücklich ist, den es betrifft.

Man muss es vielleicht als korrigierenden Faktor sehen, denn:
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das ist ja nun aus der Welt geworden, die sich unsere Generation gemacht hat. Ist euch das bewusst?
Unsere Generation war es, die alle gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, die dazu geführt haben, dass es heute so ist, wie es ist, dort hingeführt oder zumindest mitgetragen haben.
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... ist ja nur die halbe Wahrheit. Der Karren der vor die Wand fährt, den beobachten wir seit Jahrzehnten. Dann wollen wir aber dies nicht, das nicht, so nicht und überhaupt... Dann haben wir es mitgetragen, dass eben die Zitrone immer mehr ausgepresst wird und gleichzeitig erklärten wir unseren Kindern, sie seien ja so frei, dürfen bei allem mitentscheiden und können morgen, wenn sie wollen, auch einfach mal eine Rosine sein, wenn sie sich danach fühlen. Dann sollen sie es ja alle mal besser haben, weil uns gehts ja so schlecht!
Nun wundern wir uns, dass eine Generation ins Arbeitsleben rutscht, die nicht nach unserer Lebensweise strebt? Mich überrascht es nicht, wie ich erschreckend feststelle, viele andere aber schon.

Am Ende passiert ja nun eine Korrektur: Immer mehr geht es am Arsch vorbei, ob die Wirtschaft brummt. Für die ist es nur eine Zahl, die ihnen a) nichts bedeutet und wo sie b) ohnehin nichts von haben - eine dieser vermittelten Lebenserfahtungen unserer Generation, an unsere Kinder.
Dein Unternehmen steigert die Produktivität um 20%? Toll, und was hast du jetzt davon? Steigt dein Lohn auch um 20%? Sprich: Partizipierst du davon, dass du mehr gibst, als nötig? Tja, eher nicht. Deswegen sind die Menschen auch nicht mehr motiviert. Am Ende des Tages will doch ein jeder sagen: Das hab ich geschafft, das war gut und wir sind einen Schritt weiter. Die Realität ist doch aber: Dass du dich über Rahmenbedingungen ärgest, weil irgend eine ISO dir verbietet es "so" zu machen, zumindest, wenn du es nicht auf 500 Seiten dokumentierst. Oder eine Firmenpolitik untersagt, dass man etwas "so" macht, weil irgendwer halt bestimmt hat, das "anders" der way to go ist. Und jedes Jahr zur Unternehmensversammlung faselt dir ein Clown was davon vor, dass die Quartalszahlen um so-und-so-viel gestiegen sind, die Investoren eine Ausschüttung von X erhalten und die Prognose fürs nächste Quartal noch einmal 10% Zuwachs vermuten lässt. Dann schaust du auf deine Lohnabrechnung und stuzt etwas bei dem dann nachgeschobenen Satz: Und darauf können wir stolz sein, denn das haben wir zusammen geschafft! ... Aha? Wenn ich doch aber so geil war, warum hab ich dann gar nichts davon!? Achso, ja... ich hab natürlich nen sicheren Job - okay. Klar, die Investoren dadurch natürlich auch einen sicheren Geldregen.
Die jungen sind doch nicht dumm. Die sehen doch, was ihre Eltern da treiben. Und das stimmt sie nicht zufrieden. Also treffen sie für sich andere Entscheidungen. Verübeln kann man es ihnen nicht...

Ist deren Entscheidung richtig? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht! Was ich aber weiß ist, dass ich den Zusammenhang verstehen kann, aus dem sich das bildet. Änderung braucht es also zwangsläufig. Hoffen wir doch einfach, dass sie die richtigen Korrekturmaßnahmen ergreifen. Wir taten es nicht, so viel steht fest.
 
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tastebin

InventarNr. #290621
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Sorry in welcher Zeile bin ich eingenickt?
Bei der Hitze fehlt mir die Ausdauer.
 
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