Benjamin Blümchen - eine Retrospektive

KOLWE-X

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Sanfte Grüße zusammen,


Der Kolwe hat mal wieder eine verrückte Idee – oder besser gesagt: möchte euch daran teilhaben lassen. Es geht um den einzigen sprechenden Elefanten der Welt: Benjamin Blümchen. Der graue Elefant hat mich durch meine Kindheit begleitet, und selbst heute höre ich die alten Folgen noch immer gern. Für mich gibt es nur den einen Benjamin – und das ist Edgar Ott (RIP, mein Freund).

Worum geht's hier?

Ich werde immer mal wieder sporadisch eine Review zu einer Benjamin-Blümchen-Hörspielfolge machen – ähnlich wie ich es bei Filmen tue. Besonders interessant wird sein, wie gut oder schlecht die Folgen gealtert sind und was man als Kind vielleicht gar nicht richtig verstanden hat oder anders interpretiert hat.

Die Serie hat sich über die Jahre stark gewandelt, sowohl bei den Figuren als auch bei den Ereignissen. In Neustadt scheint irgendwann alles nach Benjamin Blümchen benannt zu werden – meist nachdem er irgendeine Heldentat vollbracht hat.

Auch Benjamin selbst ist wandelbar: Ursprünglich ist er laut Angaben ein großer afrikanischer Elefant mit riesigen Stoßzähnen. In der Zeichentrickserie sind diese irgendwann verschwunden. Er zerstört zwar gern unbeabsichtigt Türen oder Türrahmen – aber hey, wir reden hier von einem afrikanischen Elefanten. Kinderserie bedeutet eben: Realismus ist out-of-order.

Die wichtigsten Figuren

Otto: Benjamins bester Freund, ein kleiner Junge in der 4. Klasse, der gefühlt nur im Zoo bei seinem Elefanten ist. Bei den ersten 33 Folgen (außer 1–5) hatte der damalige Sprecher Frank Schaff irgendwann einen Stimmbruch, bedingt durch das Teenager-Alter. Manche Folgen wirken dadurch etwas schräg, weil der „kleine Junge" plötzlich eher wie ein 14-Jähriger klingt. Ab Folge 34 übernimmt Katja Primel, die Otto meiner Meinung nach am besten vertont hat – und mit der ich quasi groß geworden bin.

Karla Kolumna: Schneller redend, als manche denken können, immer sofort am Ort des Geschehens. Pressesprecherin mit großartiger Stimme von Gisela Fritsch (RIP).

Andere Figuren bespreche ich dann in den jeweiligen Folgen. Ich werde wahrscheinlich nicht alle Folgen reviewen – die Auswahl erfolgt zufällig. Geplant sind höchstens 80 Folgen, da Edgar Ott danach leider verstarb und für mich damit auch Benjamin Blümchen.

Gerne könnt ihr eure Meinungen dazuschreiben. Vielleicht hört der ein oder andere von euch die alten Folgen heute noch mit den eigenen Kindern. Bitte alles nicht zu ernst nehmen – manche Folgen muss man einfach durch den Kakao ziehen, weil sie teils echt absurd sind :p
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Benjamin Blümchen 001 – „Als Wetterelefant" (1977)

Benjamin Blümchen, der sprechende Elefant aus dem Neustädter Zoo, langweilt sich und sucht eine Aufgabe. Er wird als Urlaubsvertretung für den Wetterhahn Siegfried Simpel auf den Kirchturm geholt – per Hubschrauber der Feuerwehr. Oben verwechselt er die Himmelsrichtungen, friert, hat Hunger und bringt durch sein Gezappel die Glocken zum Läuten. Otto versorgt ihn mit Zuckerstückchen, die Neustädter stricken ihm einen Schal, und als das Glockenspiel einfriert, trompetet Benjamin selbst „Ihr Kinderlein kommet", um Touristen anzulocken. Am Ende kehrt der echte Wetterhahn zurück, und Benjamin ist der Held des Tages.

Fazit: Die erste Folge zeigt deutlich: Das war noch nicht als Serie auf lange Sicht geplant. Benjamin hat noch nicht sein ikonisches „Töröööö" und lernt Otto erst innerhalb der Folge kennen. Faszinierend finde ich vor allem, wie Elfie Donnelly auf die Idee kam: Ein sprechender Elefant, der auf einem Kirchturm stehen soll, weil der Wetterhahn Urlaub macht… ok, die Drogen hätte ich gern :p

Benjamin wird also ein „Wetterelefant". Schlafen oder sein Geschäft erledigen scheint dort oben kein Thema zu sein – jedenfalls wird beides nie erwähnt. Aber egal: Kinderserie, und darüber machen sich nur Nerds wie ich Gedanken.

Was mich besonders überrascht hat, sind die Passanten am Kirchturm. Teils super dumm, teils völlig durchgeknallt. Ein Mädchen freut sich laut, als Benjamin per Hubschrauber hochfliegt, und die Mutter ruft: „Brüll nicht so, du entsetzliches Kind!" – „Ja, Mama!" Twitter würde heute brennen :D
Auch beim Hubschrauber-Landen schreien die Leute hysterisch: „Wir kommen um… WAAAH!" Kein Plan, wer auf diese Ideen kam. Und dann fängt es mitten im Mai noch an zu schneien – Klimawandel 1977 XD. Benjamin bekommt schnell einen Pullover genäht von den „Nimmermüden und mildtätigen Händen"… wer kommt auf solche Namen? XD

5/10 – ein ultra dummer Start, aber genau das macht die Folge so kultig.
 
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Benjamin Blümchen 063 – „Der Computer" (1990)

Benjamin Blümchen geht nach Neustadt, um Zuckerstückchen zu holen – doch der Händler Herr Süß hat keine mehr. Stattdessen entdeckt Benjamin einen Computer im Laden. Herr Süß schwärmt begeistert davon, dass Computer nie irren. Sofort will Benjamin einen für den Zoo kaufen, damit alles einfacher wird.

Fazit: Die Folge hatte ich tatsächlich auch direkt 1990 bekommen. Weil man ja ein Nintendo-Kind war, musste die Folge natürlich sein – Nintendo und Computer sind ja schließlich das Gleiche, gell? :p
So jedenfalls dachten es sich die Eltern.

Ich selbst hatte zu der Zeit auch null Ahnung von PCs und konnte mit Begriffen wie MS-DOS, 1 MB RAM, Disketten („Floppys"), RGB-Monitor usw. nichts anfangen. Heute zum Schießen, wenn man sich das anhört, da es laut Herrn Schmeichler (geiler Name) das Nonplusultra ist. Benjamin nennt den PC liebevoll „Hugo", weil sein Zuckerstückchenhändler (geiler Job) seinen PC „Karl-Egon" genannt hat.

Hand aufs Herz: Habt ihr eurer Hardware damals bzw. heute Namen gegeben?

Auch genial, wenn der Herr Bürgermeister seinen Flugsimulator (auf Diskette) spielen will und wir als Zuhörer gesagt bekommen, dass man auf dem Bildschirm Neustadt und Umgebung aus der Vogelperspektive sehen kann … WOW! Also hatten die damals schon HD-Grafik. XD

„Nur Menschen machen Fehler – ein Computer irrt sich nie!" Zugegeben, den Satz hatte ich damals nicht verstanden, aber wenn man heute an den „DAU" denkt, passt er nach wie vor wie die Faust aufs Auge.

Aber eine Sache will mir bis heute nicht in den Kopf gehen. Ich meine, klar, es gab damals schon ERP-Systeme und Benjamin sowie Karla hämmern stundenlang die Futterbestellungen in den PC ein und speichern alles am Ende. Am nächsten Tag erscheint schon der Händler mit viel zu viel Ware, da sich Benjamin vertippt hat. Soweit, so gut – aber wie zur Hölle bekam der Händler über Nacht die Daten und kam schon am nächsten Morgen in den Zoo?

Wäre mir neu, dass das Internet 1990 schon für jeden zugänglich war. Oder anders ausgedrückt: Wie zur Hölle konnte Benjamin das binnen eines Tages lernen?

Btw.: Der Computer „Hugo" kostete genau 33.800 DM (Schnapper). :)

7/10 – Superlustige Folge und ein Stück Zeitgeschichte, was die Technik betrifft.
 
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