Der "I Hate it"-Thread

xNecromindx

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Zum einen hast du keinen blassen Schimmer davon, was das für ein Aufwand ist sich über mehrere Firmen hinweg auf irgend etwas zu einigen.
Zum andern wäre es auch sicher effektiver wenn jedes Restaurant der Welt die selben Gerichte anbietet. Schon mal überlegt was die Konsequenz ist?
Jeder schwaddroniert von der Überlegenheit Nvidias, möchte sich aber blindlinks in die nächste Monokultur steuern.
Wettbewerb ist der Kampf um die bessere Lösung - vollumfänglich. Alles gleich zu machen führt zu den Problemen die wir heute haben (gesellschaftlich).
Die Natur bevölkert den Planeten auch nicht nur mit Kanarienvögeln, aus gutem Grund.
 
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Master_3

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Natürlich ist das aufwendig, aber wieso sollte man sich der Herausforderung nicht stellen, wenn du als Politik ähnlich wie bei den USB Anschlüssen den Druckerherstellern sagst: Bis 2030 habt ihr euch bei den Tintenstrahldruckern auf einen Patronen Bautyp entschieden ansonsten keine Marktzulassung, dann geht das sehr wohl und meist sogar erstaunlich fix...

Die Drucker können sich ja in ihrem Umfang und Bahnbrechenden Technologien gerne unterscheiden - aber die Patrone mit ihrer Tinte hat damit nix zu tun.
Genauso wie das Aussperren der Drittanbieter Patronen.

Wir haben überall die Verbrauchsmittel standartisiert, Lampen im Auto, Bohrfutter bzw Bohrer, Batterietypen, Kraftstoffe usw usw.
Stell dir vor Bosch würde jetzt anfangen ihre SDS Bohrer 1,5mm dicker zu machen, damit sie nicht mehr in einen Makita Bohrhammer passen - das ist einfach nur dumm.

Und genau das ist es bei den Patronen auch. Der Druckkopf ab Patrone kann ja gerne anders sein, aber die Patrone tut da nix zur Sache.

Btw. hätte das sogar noch mehr Vorteile für den Markt wenn du Patronen vom Hersteller X in den Drucker des Herstellers Y packen könntest - dann kannst du z.B. einen gut umfänglichen Drucker mit den besten Patronen ausrüsten - und da beginnt doch der Marktkampf.
 
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xNecromindx

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Ach, ist das so? Sorry, ich sitze in genau solchen Standartisierungsgremien und es gibt auf diesem Planeten, nach meinem Empfinden, glaube ich nur noch eine schlimmere Sache, zu der man sich bereiterklären kann: Ein Urlaub mit der Schwiegermutter.

Thema USB-Anschluss... Ja, ganz tolle "Erfindung". Wir haben selber ein Produkt im Unternehmen das darunter fällt. Dem hatten wir ein Magnet-Adapter verpasst, weil das für das Produkt die technisch und auch für den Nutzer bessere Lösung ist. Da sind alle gerade über USB-C mindestens so begeistert wir über die Deckel an PET-Flaschen, die man nicht mehr abmachen kann ... wobei, naja... ich reiße sie trotzdem immer ab.

Ich möchte es mal für jeden verständlich erklären, wie solche Gremien funktionieren:
Wir unterstellen mal, du hast eine Familie. Du, deine Frau, eine 12 Jährige Tochter und einen 4-Jähigen Sohn. Jetzt setzt ihr euch hin und müsst euch auf einen gemeinsamen Urlaub einigen.
Wer glaubst du, entscheidet jetzt darüber wo es hin geht!? So naiv kann man doch nicht sein!? Der 4-Jährige Sohn entscheidet gar nichts. Der darf sich proforma äußern, alle nicken lieb und wenden sich wieder ab. Die 12 jährige Tochter hat, so die einhellige Familienmeinung, ohnehin bei allem was zu meckern, also erteilt man ihr das Wort, stellt die Ohren auf Durchzug und lässt sie labern. So, nun einigen sich also schlussendlich Papa und Mama über das Urlaubsziel und die andern können sich entweder anschließen oder es lassen. Irgendwann hat Papa dann genug von Wellnessurlaub in der Schweiz und sagt fuck off: Ich mach nicht mehr mit. Dann entscheidet nur noch Mama.

Es ist eine Illusion, dass da X beteiligte sitzen, die gemeinsam etwas entscheiden. Da entscheidet der, der das größere Momentum auf die Straße bringen kann. Der, der den größeren Markt hat. Der Leute beinflussen kann seiner Argumentation zu folgen. Persönliche Beziehungen sind ein starker Motor. Diskussionen um die Sache? Unsinn! Das Ergebnis steht in aller Regel schon fest, bevor man überhaupt beginnt zu sprechen.
Jetzt soll dann auch noch die Politik entscheiden? Ja, sind wir so weit, dass wir die Planwirtschaft der DDR als gesellschaftlich akzeptiert hinnehmen? Schon vergessen, was aus dieser toll durchgeplanten DDR und ihrer Wirtschaft geworden ist?

Nein, ich lasse mir weder aus Brüssel noch aus Berlin vorschreiben wie mein Produkt auszusehen hat, wie es funktionieren soll oder welches Zubehör damit funktioniert. Das entscheide ich selber. Den Kunden lass ich dann entscheiden, ob er das annimmt oder eben nicht. Sowas nennt man unternehmerische Eigenverantwortung. Man ist eben selber der, der den Kopf hinhält auf Gedeih und Verderben. Entscheidet man sich richtig, hat man Erfolg.

Etwas wie eine Patrone zu normieren fixiert eine lange Reihe technischer Rahmenbedingungen: Nicht nur welche Bauform hat die Patrone, die dann wiederum die Bauform und Konstruktion eines Druckkopfs bestimmt. Nein, auch die Viskosität von Tinten, ob es pigmentierte oder farbstoffbeladene Flüssigkeiten sind, ob sie thermisch zu extrudieren sind oder mir mikro-piezo-pumpen, usw. usw. usw.... Patron ist nicht gleich Patrone. Tinte ist nicht gleich Tinte. Ein Standard macht das aber alles gleich und würgt mit einer erzwungenen Festlegung innovative Lösungen ab.

Und du meinst, Bosch würde kein kleineres SDS-Format bringen? Google mal Bosch Uneo für den Heimwerkerbereich. Nein, das ist kein SDS, auch wenn es so aussieht. Es ist etwa 3mm dünner am Schaft.
Nicht zu vergessen, dass Bosch den Standard der 22,22mm Aufnahme für Trennscheiben durch ein eigenes System ersetzt: X-LOCK
Und auch bei Glühlampen gibt es solche Monokultur-Standards nicht. Es gibt duzende Lösungen und allein zu meiner Lebzeit habe ich noch einmal so viele kommen und auch wieder gehen sehen.

Nahezu kein Standard steht als alleinige Pflicht im Markt. Alle Standards die weltweit gesetzt sind, sind deswegen gesetzt, weil sie über sehr lange Zeit im Wettbewerk konkuriert haben und sie sich als "die bessere Lösung" (aus welchen Gründen auch immer) ihre Stellung erkämpft haben.

Man sollte sich immer ganz deutlich die eine wichtige Redewendung einprägen: Bedenke welche Geister du rufst, denn womöglich wirst du sie nicht mehr los.
 
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Master_3

Namhafter Pirat
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Und genau deswegen kauft man sowas auch erst garnicht und ich wette das Ding wird früher oder später wieder vom Markt verschwinden.
Natürlich gibt es z.B. auch SDS Plus und SDS Max als größen Unterschiede, das hat aber ehr technische Gründe - du kannst schlecht einen 40mm Stahlbetonbohrer in ein SDS Plus Futter packen und erwarten, dass das hält.

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Klar gibt es die, E27 und G9 dürften die gängisten in den Haushalten sein und GU10 ist gelegentlich auch anzutreffen.
Aber die haben eins gemeinsam: Du kannst JEDE E27 Birne in jede E27 Fassung Stecken und die tut.

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Ok, da gehe ich noch irgendwo mit - auch wenn man da irgendwo argumentieren könnte, dass sich auf kurz oder lang dann vielleicht eine Technik bzw Tintentyp durchsetzt, von mir aus auch dass man "normale" Endverbrauchergeräte auf einen Typ standartisiert und z.B. die großen, ich sag mal Firmen Drucker, davon unbescholten lässt.
Dennoch: Nachfüllen ist nicht möglich, da teils die Chips auf den Patronen die Patrone dann trotzdem weiterhin als leer melden. Drittanbieter werden mit genau jener Chiperkennung ausgeschlossen usw.

Da ist in meinen Augen richtig viel Potential Müll zu vermeiden - erst jetzt gehabt, dass der Drucker von einem Arbeitskollegen abgeraucht ist, 5 Patronen die er nicht mehr gebrauchen konnte, die wären im Müll gelandet, hätten er und ich nicht zufällig den selben Drucker.

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Natürlich nicht, aber wenn die Top 3 der Marktführer sich einigen, was ja auch Sinn macht, da Statistisch vermutlich derern Geräte am häufigsten verkauft werden, dann langt das. Wir brauchen keine 700 Druckermodelle für die Haushalte, die zu 99% damit nur simple Dokumente Ausdrucken und Scannen.
Auch die zig tausende Geräte die als Ladenhüter nicht verkauft werden landen im Müll.
 
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xNecromindx

Namhafter Pirat
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Gibts ja erst seit 15 Jahren... aber ja, womöglich wächst sich das irgendwann wie ein eingewachsener Zehnagel wieder raus.
Und so ist es eben auch gut: Finden Produkte, Lösungen oder Konzepte keine Abnehmerschaft mehr, dann verschwinden sie eben wieder.
Nur so und nicht anders muss es laufen. Ich muss doch nicht mein Leben lang Korksandalen tragen, nur weil das irgendwer mal als Standard-Schuh festgestelt hat!?

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Nö, kannst du nicht. Die Amis haben auch E27-Fassungen. Genau genommen kommen die sogar von dort. Das E steht für Eddison.
Nur würde eine US E27 in deiner Wohnzimmerlampe nur einmal kurz blitzen, denn die ist für 120V ausgelegt.
E27 standartisiert einzig und allein das Fassungsdesign. Alles andere unterliegt da keiner Standartisierung (es gibt in den anhängigen IEC-Normen noch Wattangaben usw... aber das führt jetzt zu weit).
Deswegen muss man auch immer aufpassen, wenn man von einem Standard spricht, was genau der eigentlich aussagt. Da würdest du dich nämlich sehr oft wundern...

Als Randnotitz sei angemerkt, dass man das Eddison-Fassungsproblem mal damit versucht hat zu Ordnen, dass es in Nordamerika auf E26 ging - also 1mm kleiner im Durchmesser.
So ein Blödsinn kann auch nur einem Ami einfallen, weil E26 problemlos in eine E27 Fassung passt. Und genau das wäre die Problem-Kombination.

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Also zum einen ist die Tinte als solche ein entscheidender Teil der Drucktechnologie. Zu sagen Bier ist Bier, weil ist eben Hopfen, Wasser und Hefe, erklärt ja nur unzureichend, warum es unzählige Marken gibt.
Allein schon die Unterscheidung zwischen pigmentierter Tinte und einfach nur gefärbter sind zwei Grundsatzfragen. Prigment, vor allem in sehr feiner Qualität, ist teuer, verblasst nicht usw. Das findet man in "Billigdruckern" nicht.
Findet aber irgendwer mal eine Methode Pigmenttinte herzustellen, die dann in günstigen Druckern nicht verwendet werden kann, dann wärst du der erste der wieder schimpft, warum das denn alles sein kann...

Und wer sagt denn, dass man eine Patrone standartisiert, aber damit das Chipproblem los ist!? Als ob sich alle hinsetzen und sagen: Och joa, das machen wir untereinander austauschbar - weil das ist genau unsere Grundintention
Klar, weil der eine traditionell Millilitermenge als Verbrauchsmerkmal speichert, ein anderer Betriebsstunden, der nächste die Anzahl von Druckzeilen. Ja, kann man sich dann natürlich auch auf was gemeinsames einigen... Und Stück um Stück landen wir bei identischen Druckern, die am Ende nur noch ein anderes Firmenlogo am Gehäuse tragen.
Ich werde dir sagen was dann passiert: Der Chip und seine Funktion ist vorgeschieben und dann speichert jeder mit seiner eigenen ECDH Signatur seine Daten da drin. Dank hochsicherer asymmetrischer Verschlüsselung funktioniert die baugleiche HP Patrone dann trotzdem nicht in deinem Epson. Na, wie gut, dass man sich da auf irgendwas geeinigt hat...

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Das ist das selbe zu kurz gedachte Argument, was die EU gebracht hat, für USB-C.
Nur haben alle nicht geschnall was da passierte: Es ging nie um Müllvermeidung. Es war ein Politikum, dass sich gegen Apple richtete. Alle haben sich mit Argumenten, die sie nicht hinterfragt haben, einen von kalten Füßen erzählen lassen und es nachgeplappert - weil es doch so schön ins Narrativ passte.
Anekdote: Bis ich mein neues Motorola Handy vor 2 Jahren gekauft habe, habe ich ein und das selbe alte HTC Ladegerät von 2006 verwendet. Warum? Es hatte einen USB-A Anschluss, und völlig egal welches Handy ich über die Zeit hatte, ob Mini-USB oder Micro-USB, ich musste ja nur das passende Kabel anstecken, was beim Handy ja ohnehin immer dabei lag. Geändert hat sich das mit dem Kauf des Motorolas. Das alte HTC Ladegerät habe ich entsorgt, weil das Kabel, das beim Handy beilag ein USB-C auf USB-C Kabel war, weil eben das ebenso beiliegende Ladegerät nur eine USB-C Anschlussbuchse hat.
Ja wow, da haben wir jetzt Resourcen gespart und Müll vermieden - mir sind glatt zwei Birnenbäume aus dem Arsch gewachsen...

Bei deinen Patronen ist das Argument genau so kurzsichtig: Es ist doch nicht so, als kauft man sich alle 2 Wochen einen neuen Drucker. Das Ding nutzt man Jahre und ballert da duzende, wenn nicht sogar hunderte von Patronen durch. Jetzt sind 5 Patronen am Produktlebensende das Problem!? Patronen, die selbst unter der Prämisse es gäbe einen Patronen-Standard, in einem Drucker Jahre später noch verwendet werden könnten!? Also ob Standards auf ewig blieben. Das beste Beispiel ist doch deine Lampenfassungen: G9 war mal ein gern genommenes Fassungssystem, als Halogen noch der Marktstandard war - habe da selber noch ein paar Lampen. Im Zuge des Umstiegs auf LED-Leuchtmittel sind die aber nahezu verschwunden. Einfach weil für diese Bauart LED-Retrofit nur sehr unbefriedigend technisch möglich ist. Was wäre nur gewesen, irgendwer hätte mal gesagt: Absofort müssen alle Lampen G9 sein!
So etwas ist idiotisch. So etwas passiert dann auch bei Druckern. Und wenn jemand eine spezifische Patrone "für immer" festlegt, wird es dazu führen, dass dieser Druckermarkt dann technologisch in einer Sackgasse steckt. Mit G9 als Lampensockel würden wird bei Halogen feststecken.

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Erst einmal: Keine Firma bringt Produkte auf den Markt mit dem Vorsatz davon keine zu verkaufen. Das ist ja grundsätzlich völliger Blödsinn. Alle Produkte entspringen einer Anforderung, Idee, Konzept und einer zugehören Marktanalyse.
Also zu sagen, man braucht keine 700 Druckermodelle stimmt nur dann nicht, wenn von den 700 nur je 10 Modelle verkauft wurden. Das merken die Unternehmen dann aber, denn sie machen einen Verlust mit Produkten, die sie nicht verkaufen. Also doch, es gibt dafür einen Markt. Das ist ja der Charm und der große Unterschied von Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft. In einer Marktwirtschaft existieren Produkte die Konsumenten kaufen. In einer Planwirtschaft existieren Produkte, von denen jemand meint, das wäre das richtige für den Kunden. Ein iPod wäre nie auf den Markt gekommen, wenn jemand den Schallplattenspieler als "the way to go" definiert hätte.

Und dann einigen sich 3 Marktführer, ja? Und der Rest? Der darf dann die Krümel nehmen, die übrig bleiben?
Hast du das schon einmal zuende gedacht? Ich bin jetzt HP, als Marktmacht in dem Spiel. Ich habe eine gewichtige Mitsprache bei der Etablierung von Standards. Ich lass jetzt in meinem Entwicklungslabor den Prototypen eines neuen innovativen Druckers entwickeln. Der nutzt eine neue Tinte, eine neue Patrone, ein neues Drucksystem. Ich hab das nun fertig. Jetzt geh ich in mein Standardtisierungsgremium und stelle mein Konzept vor. Bewerbe die technischen Vorteile, erläutere was man damit erreichen könnte, bleibe aber im Konjunktiv. Es weiß doch keiner, dass ich schon fertig bin. Vordergründig offeriere ich aber allen anderen die Teilnahmemöglichkeit an "etwas großem" - wer würde denn Kunden so eine tolle Lösung vorenthalten wollen!? Berauscht von dem, was man da haben könnte, nicken alle den neuen Standard ab und bevor der letzte seine Hand zur Zustimmung ganz wieder runtergenommen hat, lass ich meine Marketingabteilung das neue Produkt launchen. Ja wie geil ist das denn!? 2 Jahre Entwicklungsvorsprung und richtig Kasse machen. Und die anderen Teilnehmer? Können die das Spiel auch so spielen? Nein, ich als gewichtiges Gremiumsmitglied habe zu viel Einfluss, ich kann deren neues Konzept torpedieren, mit unsinnigen Einwänden hinauszögern und währenddessen meinen Rückstand schon mal entspannt aufholen. Wenn ich dann fertig bin, stimme ich zu.
Das ist Standartisieren durchgespielt. Genau so, bzw. auf ähnliche Weise, läuft das im VDE. Meinst du diese ganzen obskuren Anpassungen diverser Standard-Vorgaben ist für dich als Konsument zum Vorteil gedacht? Haha... Hallo, Mr. McFly... jemand zuhause!? Das ist eine Gelddruckmaschine für alle, die eine entscheidende Gewichtung in den Gremien spielen und alle anderen stimmen auch zu, weil: Besser das, als gar nichts. Und dann musst auch du deinen Zählerschrank umbauen lassen, wenn du die nächste Veränderung daran vornimmst, die den Bestandsschutz aufhebt. Denn dann gelten für dich die aktuellen TAB, die sich wieder an die aktuellen Normen anlehnen. Völlig egal ob du zig FIs in seinen Stromkreisen willst, der Elektriker wird dir sagen: Das schreiben die VDE Normen heute aber so vor. Und die Kasse macht *plimmerlimm* und zwar bei denen, die diese Dinger herstellen. Jetzt rate mal, wer in den Ausschüssen sitzt!?

Standards, das mach dir bitte klar, sind extrem selten dafür gedacht, dass du als Konsument einen Vorteil davon hast.
Die dienen vorrangig zur Marktsteuerung und Vermeidung des Anscheins einer Kartellbildung. Weil man definiert doch nur "Standards". Ja, und in grob nem Monat bringt auch nen Weihnachtsmann die Geschenke...
 
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Master_3

Namhafter Pirat
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Ja gut, es ist ein anderes das Stromnetz einer ganzen Nation ggf. eines ganzen Kontinentes zu ändern....
Dennoch: In der EU ist der E27 Anschluss in sofern erstemal ein Standard.
Ob es den Kohl fett machen würde die Druckerpatronen Kontinent übergreifend zu standartisieren weiß ich nicht, die EU wäre aber sicher ein Anfang.

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Wird vor Markstart bei der Grundabnahme mit Dummypatronen überprüft, geht es nicht keine Marktzulassung.
Aber klar, die Hersteller werden sich erst wehren und versuchen die Gesetzes Lücken weitees gehend zu umgehen, aber irgendwann sind auch diese Lücken dicht.
Das Ganze ist uns doch bei der USB-C Geschichte ja genauso passiert: EU hatte bereits vor 2010 angedacht, dass der Anschluss an allen Geräten gleich sein sollte, man hatte es damals etwas umschifft, in dem man den USB-A Anschluss als einheitlich betitelt hatte und das Kabel das bei dem Handy dabei war, was ja nur ein Datenkabel *zwinker zwinker* - Apple hat sich direkt via Auschlussklausel rausgenommen.
Erst 15 Jahre später sind wir da wo wir jetzt sind: Einheitlich USB-C.
Und das Ergebnis zieht ja auch Kreise: Ab 2026 dann auch Laptops - endlich kein rumgeschleppe von Netzteilen mehr.

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Das ist etwas zu kurz gedacht, wie ich finde. Deinem Handywechsel mit einmaliger Stecker Veränderung in fast 20Jahren steht gegenüber, dass du sehr viel unnötigen China Ramsch, gerade im "Deko Bereich", vom Markt verbannt hast bzw. noch verbannt wird. Da waren genug sachen dabei die haben von 12 bis Mittag gehalten und die hatten teils immernoch Mini (!) USB. Das war nichts anderes als glorifizierter Elektroschrott.

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Wie gesagt, bei der Qualität bin ich bei dir, aber wenn man die Patronen standartisiert, standartisierst du auch gleich die Tinte (wie bei der von dir erwähnten Viskosität) irgendwo mit - denn es wird den Leuten auffallen, wenn z.B. HP Patronen den Epson Drucker ständig verstopfen, die Farbe schneller verblasst usw.
Aber es kann mir keiner erzählen, dass diese beiden Patronen Typen nicht hätten Einheitlich hätten sein können und man dafür hätte den Druckkopf MASSIV anders hätte entwickeln müssen, am Arsch...:
HP:
HP912XL-kom_Set.jpg
tinte_hp_305_multipack_6zd17ae.jpg


Canon:
xcli551-patronen-original.jpg.pagespeed.ic.o8wihDdFhF.jpg
71MDiDFjCgL.jpg


Es gibt nur einen Grund sowas nicht gleich zu bauen: Geldmacherei und zwanghafte Markenbindung.
Firmen wie z.B. Metabo haben Verstanden, dass es so nicht mehr weiter geht und haben das CAS System gegründet - wo es vorher genauso hieß "Man kann das nicht vereinheitlichen, das eine Gerät kommuniziert mit dem Akku, das andere nicht!" ....und auf einmal gehts doch...sogar Bosch, die sich da gegen gewehrt hatten haben auf einmal ihre eigene Akkualliance mit z.B. Gardena - komisch...Metabo musste nur vorlegen.
Ich hoffe es wird bei den Druckern auch irgendwann so kommen, dass sich da Marken zusammen tuen, so wie es beim CAS passiert ist - allerdings, wie bereits erwähnt, reden wir hier über 35+ Jahre die das nicht passiert ist...und dann ist es vielleicht doch mal ganz gut, via Politik die Firmen in die Richtige Spur zu drücken.

Vielleicht kommen wir bei der Diskussion auch nicht zusammen, vielleicht sehe ich auch das Problem als zu simpel zu lösen an.
Aber um dem Thread einigermaßen gerecht zu werden: Zwar kein "I Hate it", aber ich liebe es wie hier im Forum Diskussionen auf Augenhöhe, gesittet und sachlich ablaufen - so macht diskutieren Spaß (y)(y)(y)
 
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MrHonk

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Du darfst bei deinen Überlegungen nicht vergessen, dass das reine Druckergeschäft für die Hersteller ein Verlustgeschäft ist. Früher, also bis in die 90'er Jahre und Anfang der 2000'er Jahre gab es nur wertige Drucker, also Drucker, die innen auch noch aus stabilen Komponenten bestanden und nicht der Plastikschrott, den es heute im unteren Preissegment gibt. Damals zahlte man für Tinte auch noch einigermaßen faire Preise. Irgendwann fing dann mal ein Hersteller (ich meine es wäre Canon gewesen) ihre Geräte günstiger und aus billigeren Materialien bestehend zu verkaufen und dafür die Tintenpatronen im Preis deutlich anzuheben.

Was machten jetzt die Kunden? Die kauften keine hochwertigen HP, Lexmark oder Brother Drucker mehr (und wen es sonst noch so gibt) und die Canon Fotodrucker waren plötzlich fast überall zu finden. Die anderen Hersteller sahen sich gezwungen auf den selben Zug aufzuspringen um am Markt nicht komplett unterzugehen. Also wurden im Druckersegment plötzlich Unmengen von Billigdruckermodellen auf den Markt geworfen, damit man auch weiterhin Kunden hatte. Im Gegensatz dazu zogen bei allen Herstellern die Tintenpreise massiv an.

Das war dann auch die Zeit, als Dritthersteller von Tinte ihre Hochzeit hatten. Anfangs noch mit aufgekauften leeren Patronen und sogar Nachfüllsets, lockte man mit günstigen Tintenpreisen - und es wirkte. Die Druckerhersteller machten mit jedem verkauften Drucker Miese und deren Tintenumsatz brach ein. Um dem entgegen zu wirken wurden technische Maßnahmen wie Chips an den Patronen "erfunden" und Zähler in die Drucker integriert. Es war ein einziges Katz-und-Maus-Spiel das bis heute anhält. Nur heute haben die Hersteller dann noch den Online-Zwang und automatische Firmwareupdates mit hinzugenommen - natürlich alles unter dem Service-am-Kunden-Aspekt um schnell auf neue Situationen am Markt selbst mit Bestandsgeräten reagieren zu können.

Klar, die Spirale ist völlig aus dem Ruder gelaufen, aber den Markt auf diese Weise regulieren zu wollen ist ein deutlich tieferer Einschnitt in die Selbstbestimmung der Unternehmen als die Art des zu verwendenden Stromanschlusses festzulegen.
 
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xNecromindx

Namhafter Pirat
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Nö, eigentlich nicht. Es gibt GU10, G9, G7, E14.... Hast du eine Ahnung wie lang die Liste von Lampenfassungen ist!? Die ist länger als die Auswahl an Druckerpatronen.
Man darf da einen sehr entscheidenen Punkt auch nicht außer Acht lassen: Bei einer Lampe ist das Leuchtmittel eine Komponente, wie eine Schraube. Der Hersteller dieser Lampe baut selber keine Leuchtmittel. Für ihn ist das eine Zukaufkomponente. Er definiert sich durch die Lampe, nicht durch das Leuchtmittel darin - oft wird es nicht einmal mitgeliefert. Da gehe ich gaaaaanz unten aber noch einmal drauf ein.

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Ich glaube da geht das Missverständnis schon los, was ein Standard überhaupt ist.
Ein Standard hat mit Marktzulassung und Prüfung von irgend etwas überhaupt nichts zu tun.
Jeder kann eine M4 Schraube herstellen. Und da geht es schon los: Es gibt eine Vielzahl von DIN und ISO Standards die das Gewindeformat M4 aufgreifen, da hat man dann Kreuzschrauben, Schlitzschrauben, 6-Kant... welche mit Kragen, welche ohne. Die einen sind Linsenkopf, die anderen Zylinderkopf.
Niemand prüft aber deine Schraube, damit sie im Markt zulässig ist. Diese Prüfung musst du selber machen, denn die technischen Standards sind dokumentiert. Ist es verboten deswegen Schrauben im M4 Format herzustellen, die aber z.B. eine völlig andere Gewindesteigung haben? Nein, keineswegs. Nur mit Recht klagt dann jeder, dass deine M4 Schraube keine M4 Schraubue ist, obwohl du sie so beworben hast. Dann bist du nicht schuldig die Norm nicht zu erfüllen, sondern du bist schuldig nicht das Produkt geliefert zu haben, was du beworben hast.

Ein Standard ist eine Norm auf die sich Leute verständigen. Das hat keinen Gesetzescharakter. Nicht einmal für so strikte Normen die im Rahmen der CE für Produkte gefordert werden. Dort bezieht sich die EU explizit auf Normen, die nicht von ihr kommen, sondern von Arbeitskreisen der freien Wirtschaft erarbeitet werden. DIN, IEEE, ITU usw... Nicht der Gesetzgeber erlässt Normen. Der hat da gar keine Ahnung von. Die freie Wirtschaft selbst erstellt diese Normen, in der Gestalt, wie sie es für sich und für die vorliegenden Anforderungen für richtig hält. Im Rahmen der CE z.B. greift die EU solche Normen dann mit unter auf und nennt sie in ihren veröffentlichten Verordnungen. Damit gibt die EU dieser Norm die sogenannte Konformitätsvermutung. Das heißt: Die Anforderung die die EU an dich als Hersteller stellt, ist nach ihrer Ansicht durch die genannte Norm erfüllt und die Einhaltung dieser pauschal erst einmal bei jeder rechtlichen Auseinandersetzung als "in Ordnung" zu werten. Diese Norm ist aber kein Gesetz. Du kannst dein Gerät auch anders bauen, abseits der Norm, wenn du darlegen kannst das z.B. geforderte Schutzziele mindestens gleichwertig oder sogar besser erfüllt werden. Oder wenn du darlegen kannst, das Teile dieser Norm für das Produkt nicht erfüllbar sind. Dann geht man über sogenannte benannte Stellen. Das sind speziell zertifizierte Labore, über die man Dinge abseits der Norm zertifizieren lassen kann, um die Verkehrsfähigkeit des Produkts zu erreichen. Alles recht kompliziert, aufwendig und zeitaufwendig. Insbesondere große Firmen profitieren massiv von dem System, weil sie die Resourcen haben sich damit zu beschäftigen...

Zusammenfassend: Eine Norm ist kein Gesetz.
Immer wenn sich der Staat mit ganz speziellen Normungsanforderungen an die Gremien wendet, in denen auch die betroffenen Firmen sitzen, kommt dann z.B. so ein Blödsinn zustande wie das mit den Deckeln für PET Flaschen. Die überlegen sich dann einfach etwas, was ihnen nutzt. Denn das Norm-Gremium hätte ja auch einfach erarbeiten können, dass kompostierbarer Kunststoff für Deckel genutzt werden muss. Nie gefragt, warum man nicht die naheliegende Lösung wählt!? Einfach weil die Getränkeindustrie, die an der Schaffung der anhängigen Norm beteiligt ist, doch gar kein Interesse daran hat eine Lösung für das Problem zu finden, sondern nur ein Interesse daran hat ihr Geschäftskonzept aufrecht zu erhalten. Da sind Leute die verdienen Geld daran Deckel aus PET zu produzieren. Die wollen sich doch nicht aus dem Markt drängen lassen von Leuten, die das bessere Produkt anbieten.

Du hast das komplette Konzept dahinter einfach nicht hinreichend durchdrungen. Du siehst das aus naiver Konsumentensicht, was ja auch völlig in Ordnung ist, nur dann nicht von einem Gedankenmärchen aufs Nächste extrapolieren, wie man das doch alles "ganz einfach" lösen könnte. Nein, da kann man gar nichts einfach dran lösen. Die EU hat das Know How überhaupt nicht solche Normen zu definieren (dürfen sie auch gar nicht btw) und die Industrie, die diese Normen erarbeitet, ist nicht am besten Produkt interessiert, sondern an dein Geld und ihrem Fortbestand (und damit potenziell ja auch deinem Arbeitsplatz, nur mal angemerkt). Was glaubst du passiert da also in der Konsequenz? Das du nur noch eine Druckerpatrone hast? Das wird so nicht passieren und sei es, dass sie unter dem Deckmantel technologischer Freiheit Scheininnovationen schaffen, die Begründen das Design jedes Jahr anzupassen.

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Aus Entwicklersicht sage ich dir, dieser USB-C Zwang ist ein technischer Albtraum.
Diese Stecker sind bei höhreren Leistungen brandgefährlich. Dieses Problem wird in Normungskreisen nach Kräften heruntergespielt - immerhin waren sie es selber, die den vorgeschlagen haben (nein, USB-C kam so nicht explizit von der EU - es hieß nur: einheitlicher Anschluss, wie auch immer der dann aussehen mag).
Es gibt zudem Kompatibilitätsprobleme mit dem Protokoll und ständig Ärger mit den Ladeadaptern, weil wo 65W drauf steht, meist keine 65W drin sind. Dann sind die Kabel zudem Horror, weil sie stellenweise von innen minderwertig sind und 1m kupferfarbend angemaltes Alu-Kabel 1 oder 1,5V Spannungsdrop auf der Leitung verursacht. Dann kommen da keine 20V an, sondern nur noch 18,5V. Wenn der Ladeadapter überhaupt 20V liefert. Die meisten liefern nämlich nur 19V, wo eigentlich 20V hingehören...
Führte nunmehr dazu, das mitterweile in den Kabeln Chips stecken, die dem Endgerät mitteilen sollen, was das Kabel überhaupt aushält. Was natürlich total clever ist, weil jemand, der ein minderwertiges Kabel anbietet natürlich den Chip auch mit seinen minderwertigen Specs programmieren wird...

Früher hattest du an einem Notebook eine stabile Hohlsteckerbuchse, die ausgehend von ihrer Spezifikation völlig überdimensioniert war und weit mehr aushält, als die Spezifikation verlangt. Daran hing dann ein Netzteil, das der Hersteller eben liefern musste, für das er aber auch in der Garantieverantwortung stand. Das hat dann auch das gebracht, was drauf steht.

Reißt heute einer seinen Ladeport von der Platine ab, dann war es das mit Reparatur. Da sind feine Pads weggerissen, die man zwar aufwendig reparieren könnte, die neu eingelötete USB-Buchse dann aber nur noch von Klebstoff gehalten wird - weil da ist halt sonst nix mehr. Weil die so winzig und offen ist, kann man die auch nicht einmal richtig kleben, was dazu führt, dass die neue Buchse ganz schnell wieder rausgerissen ist.

Toll, alles unter dem Deckmantel von Nachhaltigkeit und dass man nicht jedem Gerät ein Netzteil beilegen müssen. Klar, machen die Hersteller sowieso, weil das Gelump was die Leute haben Probleme macht. Nachaltigkeit!? Fehlanzeige. Quasi nicht mehr reparierbarer Schrott.

Es gibt eine Laien-Sicht auf Dinge und es gibt eine Experten-Sicht. Diese unterscheidet sich in der Regel massiv. Ein Laie kann sich eben auch fliegende Elefanten vorstellen. Ein Biologe rollt mit den Augen.

Wenn immer es geht, Designe ich keine USB-C Buchen in Produkte. Ich nutze das selber auch nicht. Ich habe überhaupt auch nur 2 Produkte mit USB-C: Das neue Handy und eine Mini-Billig-Heizplatte aus dem Chinaversand, was zum nächsten Punkt führt:
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Dieser Elektroschrott hat jetzt eine USB-Schnittstelle. Allein die ganzen USB-Ladegeräte... das ist zu 99% nicht nur Schrott sondern auch noch extrem gefährlicher Schrott. Mal ganz davon ab, dass es die Chinesen nicht interessiert für Produkte die per Temu, Aliexpress oder auch Amazon direkt aus China kommen: Die haben was auch immer für einen Anschluss. Das kontrolliert doch niemand. Was juckt es den Ling Long Ding in Fung Peng Dong was die EU von ihm will!? Wir reden hier über die Anforderung im Produkt einen USB-C Anschluss zu haben. Ja, witzig. Wir sollten vielleicht mehr über überhaupt irgend eine erfüllte Norm sprechen, die das Produkt erfüllt, um überhaupt innerhalb der europäischen Gemeinschaft verkehrsfähig zu sein. Das beschränkt sich ja nicht einmal auf direkt in China erworbene Produkte. Ich mag nur mal an all die Mikro-Wechselrichter für Balkonsolar-PV-Anlagen erinnern, die die Mindestanforderungen der nötigen Normen nicht einmal erfüllten, ein CE Zeichen trugen, eine Konformitätserklärung hatten und sogar ein Prüfzertifikat einer notifizierten Stelle. Dumm nur, dass die Chinesen sich dann dachten: Aaach... weißte, son Relais ist ja schon irgendwie teuert... zwei Drahtbrücken tun es doch auch!? Millionenfach hier verkauft...

Markkonformität ist etwas, das auf dem Papier steht. Das wird aber nur zum Problem für EU-Unternehmen, weil die eben direkt belangbar sind. Der Ling Long Ding, den juckt das doch nicht wenn die Flintenuschi aus dem EU Parlament ihm schreibt. Der bennent seine Firma um und weiter gehts...
Deswegen ficken wir uns auch mit dem ganzen Scheiß nur selber. Weil Regeln aufstellen, die EU-Unternehmen beachten müssen, alle anderen es aber einen Scheiß interessiert. Macht Europa extrem wettbewerbsfähig... Während Nachrichtensender und Käseblätter was von hohen Energiekosten schwaddronieren, haben die das wahre Problem nicht wirklich realisiert.

Wie ist denn die Realität heute? Früher lag überall ein Ladeadapter mit USB-A Buchse bei. Heute liegt überall ein Ladeadapter mit USB-C Buchse bei. I don't get it... Es werden weiterhin endlos viele nutzlose Produkte produziert und landen auf dem Müll. Ich habe mittlerweile eine komplette (!) Schublade voll mit USB-Ladesteckern. Die Hälfte davon würde ich nicht einmal mit Gummihandschuhen anfassen, weil sonst Stromschalggefahr, die andere Hälfte könnte durchaus mal brennen oder erfüllt Spezifikationen überhaupt nicht. Es hat sich doch überhaupt nichts geändert. Im Gegenteil: Es ist aus technischer Sicht sogar schlimmer geworden. 240W sind mittlerweile für USB-C spezifiziert... mega. Jeder lacht über Nvidia und ihrer vorangetriebenen grenzwertigen Stecker-Spezifikation. USB-C war aber schon, in Relation betrachtet, bei 120W dort, wo Nvidia mit seinem 12V-Anschluss heute ist... Das Ladekabel vom Handy meiner Frau hat schon gebrannt. Kein Einzelfall.

Der einstige USB-A Stecker war mal für 1A Stromtraglast spezifiziert. Beim heutigen USB-C, so ein komplettes 12 Pin Paket einer Steckerseite, quasi so breit ist, wie ein Pin eines USB-A Steckers, soll jetzt aber auch mal locker 3A machen können, nur dass von diesen 12 Pins ja nur 2 für Stromfluss da sind... Ein Zehntel der Kontaktfläche bei dem dreifahren Strom - was soll da schon schief gehen!? Mal bei Nvidia fragen...
Weil mehr Strom einfach nicht mehr geht, muss eben die Spannung immer höher steigen, was mittlerweile zu Lichtbogenproblemen führt. Diese Spezifikation ist geisteskrank und eine der vielen Zeugnisse dafür, was passiert wenn Armleuchter aus der Politik sich anschicken technische Rahmenbedingungen festlegen zu wollen, mit der nun alle in der Sackgasse stecken, weil Technologie sich eben schneller entwickelt als ein Normungs- und Behördenapparat.

Ich nutze die USB-Schnittstelle an meinem Handy nicht. Ich lade es nämlich induktiv. Da hat die Realität die EU-Vorstellung schon lage wieder überholt...

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Es geht überhaupt nicht um die Frage ob etwas möglich ist. Möglich ist es auch per Handstand durch den EDEKA zu laufen und dabei Helene Fischer zu immitieren. Ist es die sinnvolle Lösung? Propely not...
Mal abseits der Aspekte die @MrHonk eingeworfen hat, muss man es eben auch aus Unternehmenssicht betrachten: Sagen wir mal du bist Bäcker. Deine Leidenschaft ich backen, du bist kreativ und experimentierst gern. Das dumme ist nur: Die Bäckerinnung hat alle Backmischungen, Rezepturen und Erzeugnisse Standartisiert und verlangt von dir, dass du schwarzwälder Kirsch verkaufst - und zwar genau "so".
Jetzt hast du die mega Idee eine super leckere Torte zu backen, darfst sie so aber nicht verkaufen. Jetzt musst du in die Normierung: Plötzlich reden alle mit. Dem einen zu süß, dem andern zu viel Sahne, der nächste hätte es lieber eckig. Das zieht sich: Wochen, Monate, Jahre. Und am Ende ist von der Torte, die du mal backen wolltest, überhaupt nichts mehr übrig. Eigentlich sollte es mal Maracuja mit Sahne sein, nun ist es Erdbeer mit Buttercream. Denn solche Verfahrensnormen sind am Ende klassische Kompromisse. Und eines weiß man von Kompromissen: Es ist der kleinste gemeinsame Nenner auf den man sich einigen konnte. Du als Bäcker bist am Ende nur frustriert von dem ganzen Unsinn und hast womöglich nicht mal mehr Lust überhaupt je wieder was zu backen.

Deswegen sind die wirklich guten Normen auch sowas die DIN A4 ... wie lang und wie breit ist das Papier. Was für ein Papier? Wie muss es beschaffen sein? Welche Farbe? Alles nicht Teil der Norm. Davon profitieren alles, denn alle können das als Grundlage nehmen und eben z.B. passende Drucker dafür bauen.

Aber:
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... haben diese Intention gar nicht.
Das ist einer mit der genialsten Marketing-Stunts der letzten Jahre, den Konsumenten nicht durchschauen, der aber wunderbar Meinungsbild-Shaping betreibt.

Wer nutzt denn CAS und Konsorten? Schön, dass man im Dremel auch den Bosch Akku nutzen kann, oder? ... Schau mal nach wem die Marke Dremel gehört. Bosch! Was da angeblich Teil von irgendwelchen Akku-Alianzen ist, sind schon einmal teilweise Tochterfirmen der jeweiligen Akteure.
Dann kommt hinzu, dass sich all die, die sich dieser Akku-Allianzen angeschlossen haben, überhaupt gar keine Portfolio-Überschneidungen mit den jeweiligen Allianzmitgliedern haben. Zufall? Nein, natürlich ganz bewusste Entscheidung.

Macht eine Marke wie Millwaukee bei CAS mit? Nein, natürlich nicht. Deren Technologie definiert sich nicht durch die Maschine allein, sondern auch durch die Akkutechnologie und das daraus entstandene Ökosystem. Die würden niemals auf eine Allianz wechseln, es sei denn sie führen sie an. Denn es nimmt ihnen den Spielraum den sie für Weiterentwicklung brauchen. Die können dann nicht einfach was ändern, weil sie in Abhängigkeit stehen. Dadurch stehen sie ganz schnell mal in Sackgassen. Große umfassende Standars sind im Gegensatz zu Standards wie DIN A4 nämlich vor allem eins: Potenzielle Sackgassen, aus denen man nur ganz schwer wieder ausbrechen kann.
Andere haben kein eigenes Akku-Know-How. Ein Laden wie Mafell, Mitglied bei CAS, hat seine Kompetenz bei hochwertigen Holzbearbeitungsmaschinen. Die haben weder das Know-How noch wollen sie die Resourcen aufwenden es für eigene Akkutechnologien aufzubauen. Für die ist der Akku eine Glühbirne. Das kaufen sie zu, der Kunde verbindet es: Läuft.

Das ist doch aber bei Druckern völlig anders. Die Patrone ist zunächst einmal eine Farbdose. Nicht mehr und nicht weniger. Nicht jeder nutzt auch Patronen in dem Sinne, beispielsweise Epsons "Ink Tank" System. Deren Geschäft dabei ist das flüssige Gold darin. Darum geht es. Einerseits weil da ganz gewiss viel Engeneering drin steckt, andererseits weil es Geld bringt. Das die Patronen verdongeln, damit nur deren Patronen gehen als Gängelung der Kunden abzutun, ist eben nur die halbe Wahrheit.
Auch ich baue Produkte, wo ich strikt drauf achte, dass da nicht "fremdes" dran kommt. Bekomme ich doch jetzt nicht mehr Geld für!? Nein, ich halte mir all die Trottel damit vom Hals, die mit irrwitzigen Problembeschreibungen angewackelt kommen, in die man dann viel Zeit steckt nur um am Ende feststellen zu müssen, dass der Typ da irgend eine Scheiße angeschlossen hat, für die das nicht vorgesehen ist. Das hat dann richtig Zeit und Geld verbrannt, bezahlen lassen kannst es dir nicht, weil du maximal nur sagen kannst: Jane, da kann nicht weiterhelfen - tüss.
Ich hatte selber auch mal Tintenpisser und weiß aus eigener Erfahrung, dass der Tintenmarkt, was Drittanbieter-Produkte anbelangt, zwar vielfältig ist, aber auch genau so vielfältig Scheiße dort angeboten wird. Ich habe auch viel experimentiert mit Tinten. Früher hatten die ja alle keine Chips. Es ist stellenweise Glückssache ob die Nachmachtinte taugt. Ich habe schwarz gekauft und mich gewundert warum der Ausdruck auf dem Papier so bräunlich wirkt. Ich habe nach dem Auffüllen X-mal den Druckkopf gereinigt, weil der Ausdruck so verfranzt aussah. Nur um dann durch herumprobieren feststellen zu müssen, dass die Tinte zu flüsig war und in den Papierfasern zerläuft beim Druck. Tinte die einem nach kurzer Nichtnutzung des Druckers den Kopf verklebt hat. Patronen, wo angeblich die selbe Füllmenge drin ist, komischer Weise aber nach der hälfte der Drucke (ggü Original) immer leer war.
Klar, ich als Hersteller hätte da doch auch keinen Bock drauf mich mit dem renitenten Dieter zu streiten, weil der mir verschweigt was er da getrieben hat, mir aber nun vorwirft, dass ich doch einen scheiß Drucker baue, weil doch nun schon das dritte mal der Kopf verstopft ist...

Sowas fällt dann in Unternehmen unter den Begriff des Schutzes der Markenwarnehmung. wenn Crowdstrike einen Fehler macht und Weltweit Systeme lahm legt, kann man dann in der Presse lesen, dass es "mal wieder Windows" ist. Obwohl das eine mit andern gar nichts zu tun hat. Natürlich trifft man dann als Hersteller Vorkehrungen, dass einem nicht Scheiße anhaftet, die wer anders gerade herumwirft.

Am Ende musst du dich als Unternehmen vor solchen Arschkrampen schützen. Nicht um vielleicht auch deinen Gewinn zu erhöhen, sondern am Ende vorallem, damit du als eherlicher Kunde nicht irgendwann mehr bezahlen musst. sowas hat immer zwei Seiten. Als Konsument kann man ja seine Seite sehen, das ist in Ordnung. Aber man muss eben auch die Beschreibung der anderen Seite als Erklärung gelten lassen. Sie ist Teil der Wahrheit. Und diese Wahrheit ist, dass der Eindruck bei dir dich zocken Firmen ab, aus Sicht der Firmen so ist, dass sie voon Kunden abgezockt werden. Wer hat jetzt recht? Ganz einfach: Beide. Es ist so, damit es sich irgendwie die Waage hält.
 
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Master_3

Namhafter Pirat
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Ja gut, das wäre genauso bei den Druckern, kombinierst du Produkte musste dich nicht um Support bemühen das ist klar. Das ist aber überall so, auch bei Autos, wenn du da Bremsscheiben aus dem Zubehör draufpackst brauchste danach nicht im Autohaus um Hilfe deswegen bitten.

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Klar soll sich da keiner die Wurst gegenseitig vom Brot klauen, ABER
Ich habe z.B. Metabo Akkuschrauber, Handkreissäge und Schlagschrauber.
Für die Renovierung des Hauses habe ich mir den Rothenberger Romax 4000 solo ohne Akku und Ladegerät geholt um Heizungsrohre zu pressen. Kostete knapp unter 900€, aktuell ~930€.
Als Set mit Akku und Ladegerät kostet das Ding aktuell 1170€ - das sind gemütliche 240€ Differenz und wäre, wenn es ein eigenes System gewesen wäre, wieder ein Ladegerät und ein Akku mehr im Haus...
 
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GuyFawkes667

Namhafter Pirat
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Alle sagten, nach der Beisetzung würde es einfacher werden...
Alles Lügner, es wird von Tag zu Tag nur schlimmer.
I HATE falschaussagen.
Jeder Tag alleine hier in der Wohnung, eingesperrt in einer ungewollten Stille...
I HATE IT!!!
Fuck Weihnachten, Fuck irgendwelche Rechnungen, FUCK MY LIFE!
 
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cheffe72

Namhafter Pirat
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Hast du vielleicht mal in Erwägung gezogen, dir eine andere Wohnung zu suchen? Das könnte ein erster Schritt sein, damit du ein "neues" Leben führen kannst?!
 
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Polly

lustiger Drache
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@GuyFawkes667

Lass den Kopf nicht hängen. Mir hilft Sport ... ich bin dreimal die Woche in der Muckibude. Das entspannt den Körper und macht die Birne frei. Immer wenn ich da raus bin, habe ich anschließend gute Laune. :)
 
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Shadowhead

Freibeuter
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@GuyFawkes667
Ich lebe selbst seit langer Zeit einsam vor mich hin, da ich weder die Wohnung verlassen noch Besuch empfangen kann, aber ich bin allein sein gewohnt.
Ich würde gern Hilfe anbieten, bin aber nach einer "Pleite" hier zurückhaltender geworden.
Wie sieht es denn mit Selbstbeschäftigung aus? Hast du Hobbys? Freundschaften? Ich weiß, als Single ist man meist außen vor.
Melde dich gern bei mir, vlt. finden wir einen Weg.(y)
Ansonsten bleib stark.💪
 
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